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Full text of "Traktat von der Gnadenwahl [microform] : veröffentlicht auf Beschluss der ev.-luth. Synode von Iowa u. a. Staaten"

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Vevö^müid}t auf Befcf^Iuf bcr cD.^Iut^ Synobe oon 
3otpa u. a. Staaten. 



3Son 

Dr. (ßottfrtcb ^ritfcf^el, 
^rofeffor cim t^colog. ©eminar ju SJlenbota, 3II8. 



3ö>cUc Wttflagc. 



Waverly, Iowa: 

"Warfburg Publishing Hnusa. 
1888. 





1 



^v akiai 

bon ber 




t^eröffentltcf^t auf Bef^luf 6er ep.--Iut{? Synobe üon 
3otDa u. a. Staaten. 



SBon 

Dr, ©ottfrteb ^rüfd^el, 
IßiofeffoL' am tl^eolog. ©cmtnar 3U ^BflcHboto, 5E§. 



->'/:/ :r ^7 



StocUe 



■^»^^'^«^- ianx^L 8 . i^Jct^^ei 



Wavei-ly, Iowa: 

ISTartburg Publishing Hdusb, 
1888. 



^ 



^n ber luttjcrifc^en ^ird)c %mmta^§ ift ein S eljrftret t auä^ 
getiro^en überbicSel^re öon ber@nabeniüal^I, 
unb bie (Semütl^er finb burd§ biegen ©trett auf§ tiefffe Be* 
lüegt lüorben. ©ie 9}Iiffouri=(St)nDbe "^at nämlicö in neuerer 3eit 
eine Seüre aufgeöracjöt, toeld^c in anbcrn Slieilen ber lutl^erifdien 
fPirdöe al§ ein ^(ä&ttjerer ^JlBfall öom lut^erif^en ©lauBen unb 
58efenntnife crfonnt unb qI» folfter Be!ämi)ft toirb» 

S)ie 90fliffouri=©ynobefu(^t oBer i!)re ncuaufgeBrodjte Seftre 
mit ungemeinem @ifer auSäuBreiten, greift fie a\§ eine Zeitige, 
tl^eure, göttlid^e ^af)t^üt, al§ bie rechte, tt)at)rc lutl^erijd^c Seigre 
an, meld&e in ber Iutl)erifd)en IJiri^e allein 9?ec£)t l^aBe, unb greift 
aöe ©ieienigen mit maa^Iofer §eftig!eit an, mld)t ber neuen 
Se'Eirc fic^ ni^t unterwerfen, fonbern Bei i'firem alten ©lauBen 
üer'^orrcn tooßen. 

SBeil nun Bei ben Bie 3u Sanbe Bäufig uorfommenben 
Drtiöeränberungen unb Bei ber tiielfad&en.53erüt)rung, in mld)t 
©lieber einer ©tjnobe äu ben ©liebern anberer ©t)noben fommen 
fijnnen, für iebeä einjelne unferer ©emeinbeglieber bie SOtögliäifeit 
borl^onben ift,tbnB au^ an i'^n bie SÖerfud)ung biefer SeBre 
Berontritt, unb weil e§ beSBalB fo teicBt m'öQliä) ift, lia^ lutBe= 
tif(^e ßfiriften au§ unfern ©emeinben, menn fie nid)t in ber 
SBa'^r'^eit fefigegrünbet finb, üon iBrem ©louBen aBgejogen 
merben, ift e§ unfere 513ftid)t unb ©c^ulbigfeit, an unferm %^di 
ha^ü 3U l^elfen, ha^ fie gegen biefe SSerfud^ung gcfc^ü^t unb mit 
bem SBort ber SBaBrfjeit unb mit ber reinen SeBre ber luf^eri^ 
fd|en 5?ird^e gegen ben^^rrtBum moBI gepanzert feien. §ier ift 



- 4 - 

großer ^id^ unb ©orgfalt bonnöt^ien. ®enn ^ier l&anbelt c§ 
fidb nid&t ettüd um Geringe, untergeorbnetc fragen, bie für bcn 
©louben nn'b bie ©eligfeit nic^^tS austragen, um i^ragen, üBcr 
bie man gar wo'^l üerjdiiebener 5!Jieinung fein fann, ol^nc bafe 
man aufprte, in ber rechten ©lauBenS^emeinfd&aft gu ftel^en ; 
f onbern l^ier lianbelt e§ fidö um Silagen, bie ben ©runb titS 
©lou'benS felbft angeben, meiere §eil unb ©eügfeit be- 
treffen, um l^ragen, in meld&en jeber einzelne Sl^rift feinet ©lau« 
ben§ im 'i). ©eift getoiB fein fann unb mu&, ha auii ein ieber 
einfache ©"^rift bereit fein muL ©runb äu geben ber §opung, 
bie in i'Eim ift. 6ä gilt Ijier, bie reine öel^re be§ (£öangelium§ 
gegen einen grunbftüräenben unb feelengefä^rü(^en Sn'f^un^ 
feftäu^alten. 

S)orum moUen mir I)ier einen furjen, üaren unb 
überfid)tlid)en 58eri(^t geben über ba§, morüber e§ fid^ 
in bem gegenwärtigen 2et)rftreit fianbelt, bamit, wenn bie ©efa'^r 
ber 5ßerfül^rung an ben einen ober anbern unferer ^efer !^eran= 
tritt, er im 5Sorau§ gerüftet ift unb weiB, um meiere wid^tiöc 
©tüde be§ ©laubenä e§ fid) lEiier löanbelt. 

1. 5ic caCDtttifdic c^cljrc. 

S)ie 2e'£)re üon ber ©nabenwo'öl ift, mie ^l^r mo'^l 
Jüifet, eine ber Unter fc^cibungSIe^ren ämifien ber Iut:^c= 
rifdien ^ircöe unb ben Saluiniften, obmo'öl fogar fctir öielc iRc« 
formirte bie calüiniftifd^e Seigre in bie fem ^nnit ^aben faflcn 
laffen unb gar nic^t me'^r füliren. 

S)ie, mel(^e bie calbiniftif c^e Se'Eire in it)rer fc^roffftcn 
g^orm füljrcn, fagen : ©Ott Ijat öon Slnfang an gar nic&t alle 
3!Jlenf(^en für bie emige (Seligfeit gefdiaffen, fonbern an bcn 
einen mollte er feine 5Dkd)t, yjiaieftät unb ©trenge unb on bcn 
anbern kirn Siebe unb Erbarmen offenbar machen. ®orum "^at 
er Don Sraigfeit I)er bie einen 3ur@eligfeit, bie anbern 
SurlBcrbammnife tior^cr beffimmt unb berorbnet. 
©Ott "^at bie ©ünbe ber aJlcnfc^en, er l^ot f^on ben gfatt ?lbam§ 



^ 5 -~_ 

Dorl^er Beftimmt ^§ öef^ie'^t otteä mä) eioitier 93DrI)er'6c= 
ftimmung. @ine furd^tborc, grauenöofle !^ef)re, lueMje im legten 
®runb ©Ott ium Urheber ber ©ünbe mac^t ! 

?l n b c r c (Jaloiniften mad^ten e§ nun n i dö t f o g r o ö wtc 
biefe, fonbern führten bie Se^re oon ber unbebingten ©nabennja'^I 
etroal feiner, ©ic fagten nic^t, ba^ föott fd()on bie «Sünbc 
unb ben gaK ^bomä öorlieroeftimmt unb georbnet f)abej fonbern 
Tit Teerten, bo& 5lbam burdö feine eigene ©ci^ulb gefatten 
fei unb bie ewige IßerbammniB üerbient ^abe. ®a lagen 
bur(^ ^ham alle ?!Jienf(i^en im %Dtt unb in ber SBerbommnife. 
5Da !^at nun (Sott unter ben 9Jienfd^en, bie burd^ ibre ©ünbe 
oHe gleid^ermoBen ben ^oh unb bie SJerbammnife öerbienten, 
(£tli^ e au§ertt)äblt unb befc^Ioffen , f ie feiig ä" maciben, 
ober an ben onbern ift er mit feiner ©nabe tiorübergegon= 
g e n unb l^ot fte i'bnen nid^t gefcbenft. (£r '^ätte, loenn er gemoüt 
!)ätte, bie anberit ebe n f o I eid&t feiig ma^en unb i^nen feine 
<Snabef(f)enifen' tonnen. SSarum er«§gIeid^tt)D'bInic^t getban 
^at, biefc S^age. bürfen mir gar w\6)t aufmerfen; benn 
©Ott ift nicmanbem etma§ f(^ulbig. (£r erbarmt fid) eben, \mU 
d^e§ er mifl, unb oerftotfet, men er min. (£§ ift (Srbarmen 
genug, ha^ er nid^t alle 5J?enfd)en im S;ob liegen ließ, fonbern 
ha% er bod^ menigftenS ©tlicöe errettet I)at, obgleidb er bie anbern, 
öjenn er gerooEt tjäü^, eben fo leicht ptte retten Jönnen. 6§ 
%at itim eben in feinem g e'^ eimen SBiüen gefallen, nur biefe 
letlid&en ©rmäblten feiig äu matten. 9hir biefe 5Iu§ermä'^Iten 
l^at ©Ott oon gmigfeit geliebt. 9Zur für fie bot er einen 
f©nobenrat^fdbIu& gefaxt. 9iur für fie'^at Sefu§ fein Slut 
:öergoffen. 9iur fie mill ©ott mirflidl) im (£rnft feiig ma(ften ; 
nur fie ruft er ernftlicb jur Sufee; bei anbern, ben 3fiid)termä'^I= 
ten, ift ber Stuf gar nid^t ernftlidb gemeint, jonbern nur @ cb e i n ; 
nur benen, meiere ©ott oon ®migfeit auSermöbtt bot, bietet ©ott 
ernftlidb bie ©ncibe on, nur fie jie'^t er inncriidb burcb ben beil. 
©eift, nur i^nen bat er ben ©lauben 3U geben be= 
if ^ t o.f fiesn. ^bcr l^inmieberum bie, meldbc er einmal frei er« 



— 6 — 

tüäl)rt l^Qt, muffen mm ou^ bie ©eUöfeit erlangen; 
Bei itinen nimmt er atte§, au^ ba§ mutl)n)illi9fte SBibcrftreben 
mefl; Bei i'^nen mirft er burc^ eine unrtiberftelöHd^c (Snabe, 
fie foHen unb muffen feltg werben; meil fie erftä'^tt finb, fom* 
mcn fie unfe'^IBar äum ©lauBen ; ber © la u B e fliegt au§ 
b e r (£ r to ä f) I u n g. Unb loen ©ott einmal crn)äl)It Bot, ber 
fann auä) ni^t hJieber au§ ber(Snabe fallen, er 
!ann mo'^I fallen, aBer ni(^t gänälic^ abfatten. 

S^r fönnt nun leicht feöen, lieBe lutl^erif^c KBriften, wie 
biefe iJel^re un§ ein g a n 3 a n b e r e § 33 i I b ü h © o 1 1, bon 
b e m § © r r n ^ e f u § unb tion feinem 2ß e r ! üor klugen 
malt oI§ bo§ ift, tt)eid)e§ bie 1^. ©d^rift üor un§ aufrollt. SDenn 
banad^möreja berO(£rrSefn§ gar n i d) t ein§ e ila n b aller 
9)Zenf(J)en, banacö I)ätte ©ott gar ni^t bie gan^e SBelt ge=» 
lieBt, banoef) l^ätte ©ott gar nitf)t inirfHii gcmoHt, 'öa^ 
alle a)^enf(f)en gur SBu^e ifommen, banad^ ptte er ben'meiften 
DJlenfd^en ben 2ßeg gum ^immel gerabcau ücrf^ierrt, meil er nur 
etlid^en SluSerwä^Iten ben ©lauBen 3U geBen Bef(^Iofe, burd^ \)tn 
fie bo^ allein felig werben fönnen ; hanaä) mären aiiä) im legten 
©runb nid^t bie 9)Zenf{^en, fonbern ®ott bie UrfacS^e babon, bafe 
bie meiften ^Dlenfd^en öerloren geBen, weil ja eBen weitaus ben 
meiften DJ^enfd^en @ott nid^t ben ©lauBen äu geBen Befd)Io^ ; ba 
war ja gar f e i n e 931 ö g 1 1 dö f e i t für fie ba, felig ju werben. 
©Ott Bat fie fo gut wie Don ber @elig!eit auSgefcöloffen. 

SBie fc^recElic^ ift boc^ biefe SeBre! Söie wirb ba ©Ott ju 
einem Sttirannen gemacht, ber ben meiften SJienfcöen bie (Seli^feit 
nic^t gönnt! 2Bie wirb ba ©ott bem ^^xxn unb bem ^txxn 
Sefu§ 6Bnftu§ feine SB^e entzogen unb geraubt, bafe er aKer 
5Renf(Ben fitB erBarmen unb fie alle feiig madöen Witt. 

® a fommen bann wieber anbereSalöiniften unb 
üerBiiHen tk ©djanbe biefer SeBre etwas huxäj. fcBön fUngenbe 
hieben, BeBalten aBer bodö im ©runb ganj bie gkid^e Seigre, nur 
boB fie iBrer ©ac^e einen fc^önern iSd)einäu geben fui^en. 

©ie geBen ncimlid^ mit SB r t c n 3u, bafe ©ott alle 



— 7 — 

39lenfd)en Iie'6e unb ]dlq machen lüotte, boB ber §err ^t]n§ für 
ti n e 9Jlenf(=öen geftorben fei, unb baß ber 'ö. ©eift alten Tltn- 
fdjen bie ©naben anbiete, unb ba]i ber Tten'iä) buvci) feine 
eigene ©d)ulb berloreu ge'^e. Unb ba Bnnte e§ fc^einen, 
al§ of) ja tiiernun aöeS inOrbnung fei, al§ ob fiegar nid^t me'^r 
lene fc^retflidje Seigre führten, burdö miöjt ber ©nabenmifle be§ 
S5aterg unb boS Siebesmer! be§ ©o^ne§ uerleugnet föirb. ?tber 
ha§ löft fid) bann bo^ alle§ lüieber in © (| e i n auf, unb man 
inerft, bafe gang bie alte calüiniff if (^ e :Belörc, nur etioaS 
ö e r b e cE t, beibe'^nlten ttiorben ift, wenn man prt, ba^ fie 
bann gleid) fortfafiren äu lehren, bafe ©ott eben 
boc^ blD§ mirflic^ ben menigen ^uSermäl^tten 
ben©Iauben ^u geben beftfiloffen l^abe,fobofeebenboc^ 
bIo§ fie, bie wenigen 5Iu§ermä^tten, äum ©lauben fommen unb 
feiig werben fiinnen. ©ott tiat, fo le'^ren fie, etliche DJlenfd^en 
augerlefen unb btefe fomtnen bann beä^alb äum ©lauben, weil 
©Ott fte bor anbern erwählt 'fiat. S)er ©laube fließt an§ 
ber 2QBat)L ®ie anbern benen ©ott ni^t ben ©tauben 
nor^erbeffimmt ^at, befommen i^n ni(i)t unb ge^en be§i)alb in 
i^rem Ungtouben tiertoren. ©ott Ijätte i^nen, wenn er gewollt 
ptte, eben f o I e i ^ t ben ©tauben unb bie ©eligfeit geben 
lönnen unb bann wären fie feiig geworben. SSarum n'S nicöt 
!getl]an 't)at, ba§ finb ©otteS © e b e i m n i f f e , banad} foöcn 
wir gar nid)t einmal fragen. Sr ift ber C>«i^. @t 
:tt)ut eben, wa§ i^m w o '^ t g e f ä 1 1 1. Unb es l^at i'^m ge= 
ifaHen, nurbiefe3D^enf(3öen3u erwäl)Ien. ® n r u m ! o m= 
;men aud) nur fie g um ©tauben. SDa foU ber 2Jlenf^ bie 
•|)anb auf ben äJlunb legen unb fc^weigen. 

®n I)aben ficö nun unfere alten lutl^erifc^en Se^rer, wenn 
fie mit folcnen ßalüiniften äu tt)un I)atten, baburd nict)t blenben 
laffen, ba^ biefelben mit SCßorten wo'^I fagte.n : ßt)riftu§ ift für 
aEe 9}lenf(j^en geftorben unb er wiK alle feiig ma(^en ; fonbern 
fie fagten, ha§ iftboi^ Wieber im ©runbe bie alte 
CO t b i n i ft i f d) e Se^vc, wenn aud) Ifjxt ©djanbe burc^ einige 



— 8 — 

gfetfletiBrättcr ein föenifl berbecft ift. ^a, ba werben im @vunbe 
bte 9Kenf(^en, tteld&e nidjt feiig »erben unb gar nid^t felig tter* 
ben fiJnncn, tüeilfie nid)t ntD'dW finb, nodö oBenbrein Q«f§ 
Bittcrfte ö e r M M t unb ö e r j i) 1 1 c t. ^a§ ift ja, faßten ftc, 
ßcrabc, föie toenn ein g ü r ft einer Slnjalöl SOf^enfi^en, bie gefan== 
gen finb unb in Letten unb JBonben liegen, nnfünbigen läfet, 
er föolle ilönen atten geraiffe gro^e (Süter fc^cnfen, votwn fie ju 
il^m fommen. ©ie fönnen aber nicftt fommcn weil fie in ^et= 
ten unb SBanben liegen. 5)a roatjlt er etli(!öc au§, läfet il^re 
Letten unb 55anben äcrlire(^en unb fie äu i^m '^infü'^ren. ®en 
onbern aber läßt er fagen, föeil ii)x ni(^t p mir ge!ommen feib, 
fönt il^r nun audö nid^tä ert)alten, fonbern emiglid) im @eföng= 
nife Bleiben. S[t'§ ba nic^t toie ein § o ^ n u n b <& :j3 o 1 1, 
wenn ba äu benen, toeld^e nid^t gefommcn finb unb nid)t fom= 
men fonnten, gefogt warb : lä) l&abe tuäj ja alle eingraben; läj 
"^abe eucö ja baffelbe angeboten, tt)ic ben anbern, aber \))x feib 
nid&t gefommen; barum follt il^r jefet aud& üerloren ge^en? 
konnten fie benn fommen, menn bIo§ bie anbern ermäl^It mur= 
ben, menn bIo§ i^nen mirüici^bieSJla^töer'üe'Eicn mürbe, 
au§ bem ©efängnife gu geljen ? SBirb ba nict)t burdö eine fold^e 
Se^re ©ott gerabeäu gu einem § c u d& I e r, fein SSort äu einem 
blofeen Setrug unb S:äuf(^ung gemacht ? 

®a 5at fidö nun unfere t^eure lutl^erifdöe ^ird^e tion folc^er 
@olt üerune^renben Se^re ganä unb gar ferne gehalten; fie l^at 
öon foldöer Sel)re ni^ts miffen moHen, menn man fie il^r oudö 
uoä) fo fel^r al§ eine föftlic^e unb befonberä trofttriefenbe Se'^re 
angei)riefen unb burd^ allerlei umgehängten ©c^mutf i^re öotte§= 
läfterlid^e ©eftalt gu öerl^ütlen, oufäu^u^en unb au befd^önigen 
fud^te. ©onbern fie blieb einfach bei bem SOßorte ®otte§ unb löat 
in aUer ©djlid^f^eit unb Einfalt l)a§ feftgel^alten, mag bie t}eil. 
©d^rift fagt. 

2. Jie xetnc ütf^cnfc^e ^cljrc. 
äöir fönnen bie ßc^rc, meldte in ber Inf^ erif d^en 



— 9 — 

ÄirÄc bar über gefü'^rt ttjirb, in afler ^üräe unb ®iu=^ 
fncö^eit in fölfgenber SSeife 6e[dörei&en; unb ber Sefer fann bann 
jelber Jirüfen, oh biefe Se'^re nid^t üöllig unb gänälid) mit bem 
SBorte ©otteä üBcreinftimmt. 

©Ott loenbet feine SieBe bem g a n 3 en gefaffnen SKeufd^en^» 
gefd)Ied^te äu. ©ott miH ni(iö t, bafe ir genb ^emanb bcr= 
lernen gel^e ; er liebt bie g an äe 2öelt alfo, bafe er feinen einge= 
bornen <Bofin ba'^in gab. ^^ür aUt fiat S§riftu§ fein 5cilige§, 
t^eure§ 53Iut Dergoffen. Unb alle 3[Renfd)en, nic^t bIo§ etli^e 
^u§erh)äT)Ite, fonbern alle OJZenfc^en toia er ju fid^ äie'^en, an 
a U e n^ meiere fein SBort boren, 10 i r f t ber f)l. ® e i ft e r n ff» 
Uli) unb mit aH'e r 5Jia c()t. (S§ gibt einen oHgemeinen 
©nabenraffifdölu^ ©ottsS über alle 3Dflenf (i)en. ©ott bat nid)t blo§ 
etli(be 5lu§ertt)äblte baju beftimmt, ba^ fie gu ^Sn^i unb ©lau= 
ben fommen foHen, fonbern ber 1)1. ©eift arbeitet, fo üiel an ibm 
liegt, an allen unb fucöt fie mit großem ©ruft bobin au bringen, 
baB fie 3U 33ufee unb ©lauben fommen. ©r miU auc^ f c Ib e r 
ttlleS tt)ir!en, tüa§ nöf^ig ift. S)enn ber natürliche 
SKenfil fann freilief) nid)t mit feiner eignen Ä?raft S3uBe unb 
©lauben beröorbringen unb ergreifen. Sßir befennen : icft 
glaube, ta'^ ic^nid)tau§eigner58ernunftno(jö5?raft 
on Sefum ©briflum, meinen ^ixxn, glauben oberen ibm fommen 
fann. S)er ©laube in bem ^tv^tn ber 3[Renf(^en ift g ä n 3 1 i d^ 
nurSScrfunb©nabcngabe be§ b. © eifte§. ©ieglamme 
be§ ©Iauben§ mu& berbl. ©eift in ben ^e^äen anjünben. ©ott 
mufe ttjirfen bcib? ba§ ^Sollen unb ba§ SSoÜbringen. Unb 
mo in einem 3!Jienfcben ©laubc unb neueä Seben au§ ©ott gemirft 
mirb, ift ta§ gänsM) ©otte§ &nabe unb bie ®ahe be§ 1)1. ©eifte§. 
Unb baS hJiH ber beil. ©eift ni(^t blo§ in etlid^en 5lu§ent)äblten, 
fonbern in allen SDZenfÄen teirfen. 5lber freilid), fo ernftlid) 
ber b. ©eift hti allen 9}2enfd)en mirfen möchte, fo miü er feine 
©abe bo(!ö n i (b t bem 9Jtenf (ben aufsiüingen. ®ie ©nabe 
toirft ni(^t unmiberfteb Hd^. ®er äRenfcb bat c§ in feiner 
gjladöt, boB er nr u t b w i 11 i g bie ©nabe ©otteS opn fic^ ftöf^t. 



— 10 — 

ha§ ©nabenäieljen be§ '^I. @etfte§ in \\d) tr\Mi, ha§ ®nabeu= 
tnerf, toeld^eS ©Ott in iljm Qu§rid)ten lüollte, vereitelt, unb io 
ben ©nabenroiMc^'UB (Sotte§, ber and) für ifin ha mar, nid)t 
änm 55oIIäng fornmen läßt ; mie gefd)rteben [tel)t : H e ö e r- 
Qd^teten benDtatl) @otte§ föiber fid) jelbft ßnc. 7, 30, nnb 
lüie PriftnS t3on ben ®inn)oI)nern jn ^erufalem fagt : älBie oft 
'ÖaBe icö eud^ öerfammeln rooHen, luie eine §enne il)rc Ä'nd)Iein 
Derfammelt unter i^re x^Iüget u n b i^r Iiaöt nid)t geujollt. 
DJJattl). 23, 37. S)a ift bann, föenn ein Tlmä) p 58uBe unb 
(SlauBen unb 3ur eiütgen ©eligfeit fommt, ba§ g a n ä n n b g a r 
burd) hit göttliu^e ©nabe gemirft; menn ber -Sienfdj 
a'6er bie ©nabe üon fidi ftößt unb tierloren ge^t, fo i ft b a § 
g a n ä unb g a r f e i n e c i g n e © d) n Lb. S)a '^at ©ott n i c^ t 
njiHfürlid) eine ?In3a'öI5)lenf(^en{)erauageIcfen nnb bnrd) eine 
u n 6 e b i n g t e 2B a T) Ifte gur einigen ©ellgfeit beftimtnt, fo 
ha'^ an§ ber nnbebingtcn 2ßal)l iljr ©Iau'6e fliegen mürbe unb 
fie ü n ine gen biefer ^atjl feiig mcrben f ollten unb m ü B= 
t e n, lüä^renb er an anbern, bie er, menn er gemollt ^ätte, eben 
fo Ieid)t ptte feiig madien fönnen, jnit feiner ©nnbe t)orü6erge= 
gangen lüäre nnb biefe feine @riüäl)lung§gnabe , bie allein 
fijöliefelid) ben 5D^enfd)en feiig mttd)en fann, it)nen nid^t 3ngeiDen= 
betptte. 9^ein, in foldjer ir)infnrlid)en 5EBeife "fjat ©Ott nid)t 
eine 5ln§inaI)I getroffen, bon einer folgen unbebingten 
2B a ft I lü e i B b i e © d) r i f t n i d) t §, f onbern ©ott mü mixt= 
I i d) allen @rnfte§ alle 3)^enfd)en feiig mad)en, aber freilieft 
eriüillfieni^täiöangsnjeif e,ni^(ftt n n 6 e b i n g t, fon= 
bern n u r i n einer g e fö i f f e n O r b n n n g , er mill fie nur 
in ^f;rt|lo feiig niad)en. Unb barum m n fe er biejenigen melcfte 
in biefe Orbnung nid)t eingeften n3onen,fDnbern gftriftum üon fid) 
fioBen, ancft nermerfen. ®n ^eigt un§ bie ganje ©(ftrift t)om^ln= 
fang bi§ gn ®nbe, auf aßen blättern, tt)ie er nid)t einen föill= 
fürlicften Unterfcftieb unter ben 3L)lenfd)en mad)t, fonbern inie er 
aller bei* er fid) erbarmen mill, melcfte im moftren 
©lanben ben C^Srrn ^efnm al§ iftrcn ^eilanb nnb @eligmad)er 



— 11 — 

anne'ömen, urib/.tp.fe'.cr aüc biejeniöen ciüiglid) 
ö e r it) e r f e n lu tl I, id e I (^ e bie ®nobe be§ :^I. @eifte§ m u t !)= 
tüiUiQ ö n \\ä) ft D § e n. (Sott »ü e i h aBer nad^ feiner ^H« 
lüiffen'^eit öon ©migfeit b o r oi u §, toeldfie 2JZenjc^en burdö ben 
^, ©eift ben ©lauben in \\ä) \o\xhr\ laffen unb n)el(I)e raut^iDillifl 
bem ^. ©eift ben. 2öcg toerfteUen unb feine ©nabenabfic^t berei- 
tein. ©0 ^Qt ©Ott bon @h)ig!eit fc^on nid&tnac^ einer 
lüillfürnd^cn unbebingtenSBal)!, fonbern n o ä) e i= 
ner bon i^m felbft oufge [teilten unb oud^ in feinem 
SBürt geoffenBartenütcgelbie einen 9Jicnf(^en jur ©e= 
ligfeit berorbnet unb bie anbern 3ur 5Berbammni&Beftimmt,näm- 
Ii(^ no(j^ ber in feinem l^.SCßort geoffenbarten, an^ in bcr;8eital= 
tem feinem 2Sirfcn ju ©runbe liegenben 3itegel: 2öcr ba glau- 
bet unb getauft wirb, berwirbfelig. SB er a'btt 
nidöt glaubet, ber toirb berbammt werben, ©o 
'^at ©Ott bon ®n)ig!eit 'öer in S^rifto Sefu olle biejenigcn 
äur ewigen ©eligfeit bor^erbeftimmt, bon benen 
er borauSgefel^en Iiat, ta% fie im maleren ©lauben an Se= 
fum 6;!öviftum bi§ an'§ Snbc i^reä Sebcn§ ber'^arren werben unb 
l^inwieberum !öot er bie gur ewigen SScrbammnife bor'berbeftimmt, 
bon benen er bon (£wig!eit borau§gefe't)en "fiat, bafe fic bur^ i'Eir 
mut.l^winigeS SBiberftrebcn bie ©nabe bon fidö ftofeen unb fo 
fi(3^ felbft burc^ i'^rc eigene @d)ulb um bie ewige <Seüg!eit brin= 
gen werben. (So I)at ©Ott bon ®wigfeit ^er bie, weld^e feiig wer- 
ben, in ^^rillo jur ewigen ©eligteit erwählt/ in ^inficbt 
aufba§im©Iauben ergriffene SßerbienftS^rifti- 
®a wirft hu, lieber Sefer, nun mit ßeidötigfeit fe^en,ba& b i e= 
fe Sebrcmitbem göttlichen 2Bort überein fti mm t, 
unb bu wirft wol^I in beinem §eräen fbredöcn : ^a, ba§ ift bie 
reine Se'^re be§ göttlid^en SEßorte§, ba§ finb lauter einfache 
©runbwal^rl^eiten unfer§- (!^riftlic^en ©Iauben§, ta^ ift ber 
©laubc, weld^en ic^ felbft in meinem .§eracn trage, unb in bem 
\ä) bon Sugenb auf unterridötet werben bin. ^d^ will bleiben 
in bem, ba§ ic^ gelernt tjabt. 



— 12 - 

3. |)ie calDinifircttbc milfottxifdie Jtif\xt, 

^tbtt bo §at nun neuerer Seit bie 9Jl i f j o u r i « © t) n o b c 
eineSel^re aufgebrad&t, bie öon bcr l^ier öorflcleg« 
ten nieit bcrfc^icben ift. ®ie müfjen njir mm ein föcnig 
nä'&er 'beftöreiten, bamit b«, lieBer Sejer, qu(!& fic am götrti(iöcn 
2Ö ort prüfen fannft. 

®a wirb nämlii^, roenngleid^ mon, Joic ba§ ja au^ bie bor* 
I]in erttjä^nten Salüiniften ber britten ßlaffc f^un, mit SGBorten 
äugibt, iia'Q ber §err 3efu§ für a H e SJlenfd^en geftorlten fei unb 
il)nen allen bie ®nabc anbietet, geleiert, baB ®ott einen 
feefonbern, nur auf eine fleinc ^Insal^I SJJenjd^en 
gelöenben 3'iatM«i)lufe gefaxt unb fie aii§ allen 9Wenf(ien 
au§erlefen unb Befd^loffen "ijobt, f i e feiig ju ma^cn ; bafe bei 
biefem IRat^fd^Iufe er ni d^t ouf bo§ Ißer^alten ber SJien« 
fd^en gefeiten l^abe, hjie fie fid^ gegen bie angebotene 
©nabe ö e r lö a 1 1 c n, ob fie biefelbe annctimen ober berujerfen 
werben ; f onbern bafe bie, ttjeld^e er ernjä'^lt "^at, eben jum (Stauben 
f ommen, weil fie ermöl^It finb ; bafe @ott nod^ freiem SBoöIge« 
fallen eine 5lnäa'^I SJlenfd^en ertt)äl)It; ba§ bie, öon bencn ©ott 
ben 53Drfaö fafet, fie feiig äu mad^en, feiig werben follen 
unb m ü f f c n ; bafe er bie anbern, toel(^e öcrioren ge'^cn, eben 
f leidet feiig mad^en fönnte, weriti er wollte; bafe 
e§ aber eben ber gel&eime SBiKe ®otte§ ift, burd^ weld^en er 
(Sinige au§erwäölt unb feiig mac^t, wä'^renb er bie anbern eben 
fo leicht feiig mad^en fönnte; bafe feiner ®ott anfc^ulbigcn fann, 
wenn er nur biefen, nid^t jenen erwä'ölt, ba er feinem etwa§ 
f d^ulbig ift; bafe e§ f a I f d^ fei ju fagen : ©ott erwägt 
n a d5 e i n e r b e ft i m m t e n bon ilöm felbft audö in feinem SBort 
geoffenbartenSflegel: SQBer ba glaubt unb getauft wirb, 
ber wirb feiig; wer aber nid^t glaubt, ber wirb berbammt werben. 

Sdö Win bir, lieber öefer, bamit \ä) ben üJliffouriern [a 
fein Unred&t tl^ue unb, bamit id^ nid&t, wenn aud^ unabfidötli^, 
i'^rc Seigre irgenbwic falfd^ barfteac, eine Steige bon ©äfecn 



— 13 — 

Qu§ il^vcn eigene n@^rifte II, unb i^xt eignen 
SBorte öorlegcn, bamit bu fetber urf^cilen magft, tt)a§ öon 
einer fold^en Se'öre gu Italien i[t. 
©0 bel^rciben fie il^rc Se!^re. 

„^a, ©Ott ^at eine ?l n 3 a ^ SJienj^cn f(^on öon 

6njigfeit äur ©eligfcit ernjä^lt, er l^at befd^Iofien, 

btefc fotien unb tnttffm feügtocrbcn; unb f 

gctüife ©Ott ©Ott ift, jo getoife werben jie au^ felig, 

unb tttt^er iffnm ieln anberetr. 2)q§ ift oudö unfer 

©laubc, unferc Seigre, unfer öefenntnife." SBeftl. 

<Sl)n. SBcr. 1887. ©. 24. 

5Da ttjirb geleiert, e§ gebe ättjeierlei 9lQtM«3ÖIu6 ©otteä : 

„einen oflgemeinen, ben audö mo'^I ber 3:eufel burcö bcn UnglQu= 

bcn, ben er in bic §eräen ber SJlcnf^en ^flan^t, ju ni^te madicu 

fönnc, unb einen befonbern UJatM^öIufe, ber fc^Ie^terbingS ni(i^t 

öereltelt toerbcn fijnnc." SDenn man muffe unterfc^eibcn ätt}ifd)en 

3iHe" ®otte§ unb „5Sorfafe" ©ottcS. S)cr 2BiIIe ©otte§ 

gcfd^e^e öielfod^ nid^t ; aber ber SSorfa^ ©otte§ merbe aller 

(Jreotur 3um 2:ro^ unmeigcriicö burgefü^rt. . 

„©Ott Witt tiieleS üom 3Kenfd^en unb ber Tltw]^ tt)ut§ 

bodö niiä^t. ?lbcr menn ©ott ftdö etma§ b r f e ^ t, 

fül^rt er'3 au§ unb oKc 2:cufel in ber §ßHe fönncn t§ 

ni^t l^inbern." Slöic 5Prot. <B. 57. 

©0 ^at ©Ott in feinem unabänbcrlid^en Sßorfaj^ ^Jerfonen 

beftimmt, totlä^t benn au^, mcil fie beftimmt fmb, feiig loerben 

follen unb muffen, ®a fe^t ©ott aller Kreatur äum 

Zto^ feinen S3orfa^ burcä^. @§ mirb gefagt, ba fte'^t ein K^rift 

in Q^urdöt bor ber ©c^mad^beit feine§ eigenen gicif d^eS unb S8lutc§ 

ob er nid&t am 6nbe mieber üon ©atan, SCßelt unb ^leifd^ tier= 

fiibrt werben mürbe. 

„SBoblan," haä)k ©ott (um menfdölicö ju reben), „bem 
mill id^ abbelfen. 3c^ loiß »on ©migfeit beftimmcn, 
ber ttttb bex fotC fdx^ wctben, unb alle Teufel in 
ber §ölle foIIen biefe nic^t nu§ meiner ^anh reißen ; 



_ 14 — 

idö lüiE jie nidjt '6Io§ äum @Iau6en fivintjen, fonberrt 
üüä) borin erl^alten unb alfo feiig mad^en« 
%to^ fd bcr ^xeatuv ge6ofm, bie meinen 91 q 1 1) 
lü i H 3 u © dö a n b e n m a dö e n." 2B. ©. 93er. 
1877. ©. 33. 
©ie m ü f f e n l'elig tcerben; „oBer e§ ifi ba§ ein georbne= 
te§ 9Jlüffen." 

Sßci benen, toelc^e ©ott \o eriüä^It '^at, loirb bann oKcg, 
Qud) ta§ mutl^njiEigfte, SBiberftMcn l^inioeggiifbmmen. ®a 
mirb bie 58 e f e ^ r u n g ber 2Jlenfc^en, an weld&en ber „93 o r= 
i a ^" ®otte§ jidö öeriüirflid^t, in folgenber SBeife BefdbrieBen. 
„SDer liebe ©ott fielet geiüiffermoffen öor htm fersen 
be§ ©ünberS wie ein Q^ e 1 b 1& e r r öor ber SB n r g, 
lüeld^e er erobern roxü. ©ott 16 o m B a r b i r t bie 
Söurg be§ §er3en§. ©er Tlm\^ fü'^It ben ©d^ufe 
unb ber ©ebanfe entfte'^t m i^n : iu muBt ein onbe= 
rer SJienjd^ werben, wenn bu fo HeiBft, gel^ft bu üer= 
loren; ftiiBjt bu l^eute, fo fö'^rft hü in bie §öHe. 
^Iber bQ§ ift nodl) nid&tä anbereS al§ ein Ä?anonenj(öuB 
ober bie gcjd^offene SBrejd^e, a'5er bie, weli^e in ber 
geftung )inb, f^un weiter nidf)t§, qI§ bofe fie ben ©ct)a= 
ben Qu§äubefiern fudCjen, ben ber Sßelagerer il^nen 3U= 
gefügt '^ot. ©o madöt e§ aud^ ber SEJienfc^ bei feiner 
5öe!ef)rung, er wiberftrebt immer, jebe§ SBiberftreBen 
ift gleid^fam ein 3uinfluern ber Srefc^e, jebe %bmi= 
fung ber göttlid^en ©nabenfröfte ift JEBaffergiefeen 
über bie glommen, bie fd^on im ^erjcn brennen. 9Zun 
löfet ber 93elagerer fein fd^merfteS ©efd^ii^ ft)ie= 
len, überoU fc^Iögt bie xJIomme l^immel« 
^od) empor. ®ie 93eIogerten üerlieren it)re 9Jiuni= 
tion, i'^re Lebensmittel gelten au§, fie fe^en bem §un= 
gertob entgegen. 9^un fogen fie : mir muffen bie 
93urg übergeben ; ober im §eräenbenfenfie 
mol^I: tonnten mir nur htm geinb eine 



— 15 — 

Jtttjjcf tu bcn ^ctß jctöctt, liebet als bü& lüii' fc^eii 
muffen, ba^ er mit flingenbem ©t)iel in unfeve 
geftnnc; einäie^t. §o Wdr^m luitr cö audp." 

©^n. 58er. 1876. (gitirt in 51§per^eim'§ 58ucf) : 
S)ie 93üffourift)nobe u. f. \v. ©. 56.) 
<Bo qzi)t e§ olfo nai^ ber miffonrifc^en Seljre Bei ber Sße= 
fcl)rung eines 9)Zenf(^en ju ; fo m u % einer, ber einmal non 
©Ott erwählt ift, gnm ©tauben fommen : ha fej^t ficö ber 
„5ö r f a ij" ©otte§, „o 11 e r S r e a t u r ä u m S: r o ^ e" burd) ; 
ha nimmt ® ott alles SB i b e r ft r e b e n, auä) f e l B ft ha§ 
m u 1 1) tt) i n i G ft e 2B i b e r ft r e B e n Hon einem DJZenfd^cn 
Ijinlüeg. 

„©Ott nimmt auv^ u o n b e n 31 u § e r m ä H t e n 
oft bas ninitjmiUxc^fie ^Bibexfkcöen meg. Unb 
bic§ märe ber ^meite ©a^, ben mir gu Bemeifcn T)atten." 
3:1)601. 93bnat§f). 1873. ©. 321. 
S)a mirft hu, lieBer (^riftUdKr Sefer, ber bu im lutfterifdjen 
©laufen erjogen nnb an ber 5JhittermiId) ber lutöeri]d)en ^ate= 
d)i§mu§le'&rc groB gebogen morben bift, fogen : 2ßa§, ha§ foE 
bie reine fc^riftgemäße Ser)ve Don ber ä"ßai)l be§ 5}Zenfd)en sum 
emigen heften fein ? 9JJit f0ld)em 3 m o n g foll e§ sugeljen Bei 
ber 5Be!eI)rnng ? h a § f o 11 e i n e 93 e f e l) r u n g f e i n,ba 
©Ott in ©emalt nnb ©türm bie Surg be§ ^erjenS einnimmt 
unb ber DJZenfd) fi^ untermirf t, m e i l e § i l) m e B e n a B f d= 
Int u n m g l i d) i [t, l ä n g e r ber U e 6 e r m o d) t 2B i b e r= 
ft a n b äu leiften, unb ha er im m ü 1 1) e n b e n ©rimm bem 
^'önig, ber in fein -pers einjie^t, nod) eine ^ugel burd) 
ben S e i B jagen mi}d)te ? ha§ foll bie Scfe'£)rung 
be§ armen «Sünberg fein Do r ©Dtt,be§Derlo= 
r e n e n © o I) n e §, ber nad) ber ©ci^rift f^ridit : 3'CQ will mid) 
aufmad)en nnb p meinem SSater gel)en unb gu il)m fpredjen : 
id^ '^aBe gefünbigt im §immel nnb Dor ®ir ? Sekret benn nid^t 
bie il. ©d)ri[t auf allen 53lättern fo beutlidi, ba& ©ott smar mit 
aller ^M^t an bem 5DZenfd)en a r B e i t e t, bie §änbe nad) il)m 



— 16 — 

ä u§ ft r e d t beii gauäen Stag, il)n- ä i e '6 t, auf if)n e i n b r i n (} t, 
bafe bic Siebe Prifti il^tt b r i n 9 t, bofe er b i 1 1 e t unb b c r= 
m a iö n t, I (i t unb ruft, ba& er aber n i d^ t ilf)n 3 to t n g t, 
fonbern bnfe ber 5J?enfdC) burd^ fein mutl)ft)itttg SBiberftreben ben 
(Snabenratr)fcölu6 ©otteä ö er e i t e I n, htm tit ©eift ben 9S e g 
ü e r ft e 1 1 e n f n n, fo boB @ott fein SBerf, mld^tS er fo 
gerne auSrid^ten möd)te, in il^m nidt ouSric^ten 
! n n, ba^ (l^ü\tu§ immer toieber Üagen mufe : S^ ^abe cud^ 
öerfammeln woHen ; ifjrabertiabtni^t gcwoHt: 
bafe immer tt)ieber gilt : fie m U t e n nid^t fommen ? SBirb 
benn ha nid^t eine (Srunblelire umgeftofeen, ouf melciier bie ganjc 
^ibeflelöre rul)t ? 92ic ift e§ matir, baB ©ott etliti^e SKenfc^en 
ou§ti)äI)lt, mel^e bann felig inerben muffen. ^ e i n ^Uienfdö 
m u fe feiig merben ; j e b e r ! n n bie ©nabe ©otte§ üon fid^ 
ftoßen ; i e b e r !ann burd^ mut^föiUigeS, ]^oI§ftarrtgc§ Söiber* 
ftreben ©ott 1^ i n b e r n, fein 2Ber! auSjuri^ten unb ben '^t. 
©eift üon fic^ treiben. D^ein, bo§ ift in ©migfeit nidöt 
\r) afjx, ha'^ ©ott, mä^renb er eben fo lei^t alle ^ätk feiig 
ma(f)en fönnen, nod) einer unbebingten 2BaI)I etli^e 9Jlenfc[)en 
ttu§ ber großen 2)?affe ber SOZenfc^en au§gemuflert unb einen 
u n it) i b e r ft e I) li c[) e n „58 o r f a |" gefaxt l^ättc : ber unb 
ber foll feiig irerben, unb ba§ beS'^alb, Jreil ©Ott biejen 
üor anbern fo begeic^net t)at, biefer nun äum ©tauben fommen, 
in {5;t)riftum einge}3ftanät werben unb felig merben foll unb 
muB, audö felbft ttjenn er no(^ fo mutt)tt)illig unb l)ortnäcEig ber 
©nabe ©otteS miberTtreben roüxht. ®o§ märe iaauf§-§aar 
bie ifet)re ber Kolüiniften öon ber unmiberfte^ötidöcn ©nabe, 
meldte Setire unfrc ^iri^e fo entfd^ieben öermirft- 

S)Dc^ mir moUen bic üon ber aJliffouri (Si)nobe aufgeftetlte 
Sel)re nod^ meiter in'§ ^uge faffen. 

®a leieren fie, ©ott t)abe ben ©touben felber ^räbe= 
ftinirt, ber ©taube ftie&e au§ ber 2BaU. 3^atürlid), 
bie, üon benen ©ott ben ,/-öoria]^" gefaßt bat, "b e r u n b b c r 
m u fe felig merben," bie m ii f f e n auä) äum ©tauben fommen, 



— 17 — 

beitn allein auf bem 2Bcg be§ ©lauBenS iommt man jur eiüigcn 
(Seligfeit. ® a jagen \\t bann, ber © (aube fei ein „^3 r ä b e ft i n\ r= 
t e § 9K i 1 1 e I", biefe einäelnen 5J?enf c^en „feien gum ©lauben oon 
©Ott borl^er beftimmt." 9^id)t tceil ®ott öorau§gefe]§en l^ot, boB 
biefe Sdenfäien jid^ burd^ ben f). ©eift 3um ©lauben bringen laf- 
fen werben, lt)at ©ott fie öon ©wigfeit, in biefer 5üorau§fi(^t, öor= 
l^erbeftimmt, fonbern lüeil ©ott fie 5um ©lauben öor^er beftimmt 
5at, tt)ei& er Dörfer, baB fic glauben werben. (£§ ift ro i e beim 
^riittinttfnc^fer, ber etföa§ üor^er bef(^Iiefet, unb b e § lö a I b , 
mcil eä öon iW befcfiloffen ift, weife, bafe eS gef(f)e!^en wirb. 

„®er ©riminalricöter, ber über ben SSerbrec^er 

•SU ©eric^t ft^t, ber weife nic^t blD§ borauä, fonbern ber 

bef(f)Iiefet bie ©pcution. ©ein 53 e f cö I u fe, fein Ur= 

f^eil ift bie U r f a d) e , ha% jener S!Jienf(^ morgen 

ft e r b e n m u fe." 2ß. ©. 55. ©. 41. 

©0 befcöliefet ©ott, bofe ein 3Kenf(^ ben ©lauben be!ommen 

f oH unb barum wirb er gläubig. 

„©§ fliefet au§ berSrwäl^Iung, wer 
glauben unb nid)t glauben foll." 
®a beachte wieber, lieber Sefer, wie naä) biefer Sebre n i d^ t 
ber allgemeine ©nabenrat()fd)lufe, ber über atte DJlenfc^en gebt, 
fonbern ein nur über etlidieSJtenfc^^cn gc'^enber 
9latbf^Iufebie Urfad^eift, augwelc^er ber 
© I a u b e berer, welche feiig werben, berfliefet. 

©iebe, wenn wir ha^. Söort ©nabenwabi in einem w e i= 
t e r c n «Sinn üerftel^en bon bem gangen ©nabenratb= 
f c^ { u fe © 1 1 e § über bie 5JlenfcE)en, wel(i)e bie ewige ©eüg= 
feit erlangen ; — wenn wir „bie ganjc J.e()xe oom gürfaj^, 
9la.t!^, Iilöillen unb 5Serorbnung ©otteS betreffenb unfre ©rliifung, 
53eruf, ©ere(^t= unb ©eltgma(ä)ung äufammen foffenj" — wenn 
wir barin olfo „jufattttttmf äffen, " öafe ©ott einen ©naben= 
ratl^fd^Iufe gefafet :&at, aUe 5Jienfdöen feiig ju machen, iiü^ ^bti= 
flu§ für alle SlJlenfdöen in ben %ot gegeben ift, bafe ollen Tltn- 
fd^en bur^ SGßort unb «Sacroment bie göttli^e ©nabe angeboten 



— IS — 

luirb, baß her ^. ®eift bie 9!)?enfcöen inlücnbig äie^t, 'öa^ er alle, 
meiere ©firiftum in JDofirer SSufee u"b iDol^rem ©louben onne!^« 
men, gerecht machen unb iniber atte ^nfed^tungen erlöalten, auc^ 
in if)nen, Iü e n n j i e n u r bie ©nabe nic^t mut^roillig 
Don f i (i) ft B e n, ba§ angefangene Sßerf jnm feiigen @nbe 
bringen joill, bafj mitl^in ber allgemeine ®naben= 
njille^DtteSburdö (Sd)ulbbera)Zenfd&en, weil 
fid) nicöt alleaie'^en laffen, gu einer^ßcrorbnung 
nnr einer ^nja'^l t)Dn5}Zenfdöen 3urcttiigen©c= 
li g f e i t wirb, baß (So tt aber oudö b i e f e e i n ä e I n e n $ e r= 
fönen allen nbiebein©naben bebad^t, sur 
©eligfeit eriuä^lt unb üerorbnet 'i^at, — wenn man bicfes affeö 
nad) ber ©(^rift in ber Se'^re bon ber 
e tt) i g e n 2B a I) I © o 1 1 c § jur Ä^inbfdjnft unb ewigen ©e= 
ligfeit ßegmfctt unb ntmmcr bavon ottöfiSfie^m wiü; wenn 
mithin ha§ SBort „SSa^bl" in biefem Weiteren, alleS 
b i e f e § in fid) b e g r e i f e n b e n ©inn gefaijt wirb, 
bann ift unb bleibt e§ gewiß in alle ©wigfeit wa'^r, baß b i e f e 
e w i g e 2S a 5 I „eine IT r f a d) e i ft, f o b a u n f e r e 
© e l i g ! e i t unb wa§ äu berfelben geprt, f c^ a f f e t, w i r= 
f e t, "^ i n t unb beförbert, barauf aii^ unfere ©eligfeit 
Begrünbet ift." © i e f e S e "^ r e "^ ä 1 1 ein j e b e r w a ^ r e 
Suttieraner al§ feinen :ö e i I i g e n unb t '^ e u r e n ® I o u= 
ben f eft, ben er burd) ni(^t§ in ber 3ScIt, ben er burc^ feinen 
Steufel ficb entreijjen läßt. Sn biefem (Slauben r u 1) t feine 
g a n ä e © e e 1 e an§. S£)arin lebt unb webt er. ®a§ ift ber 
ftarfe unerfc^ütterlid)e f^elfengrunb, auf bem tiaS ganje ©ebäube 
feinei 6t)riftenglauben§ ru^t. SDiefen ©lauben |)rei§geben {)ie&e 
gerabeäu feinen d)riflli(^en ©lauben tireiSgeben unb ©Ott feine 
®Öre entäte^en. ®a§ ift auc^, wa§ al§ lut^erifc^er ©laube unb 
58efenntniB in ber Soncorbienformel bezeugt wirb, wie hu ©. 
707, 708, 705 (?lu§gabe ö. Wnütv) felbft SBort für SBort nad^- 
lefen fannft. 

S)anad^ ift n i d) t ein I) e i m li d^ e r 58 e f d^ 1 u B ®otte3. 



— 19 — 

ber nur e tilgen SKenfc^en gilt, unb öon bem bte onbent 
Quägcfd^Iojfen finb, bie Urfac^e, boB fic, bic StuSeriüäl^Iten, 
yelig merben ; Jonbern ber allgemeine ®nabcn= 
r a t M cö I '. fe © 1 1 e § ift ber @ r u n b unb bie D u e 1 1 e, au§ 
njeIcöcrber@IaubefIieBt. 5ine aJtenfifien fönnen buref) 
2Sort unb ©acroment äum ©lauben fommen, allen ftirb er an= 
geBotcn ; unb wenn ]o öiele SSJienfi^en nid&t jum ©lauben fom= 
men, gefd^ie^t bie§ ni^t barum, h)eiI©ott eBen nur e t= 
lidöcn ben ©lauften beftimmt unb juerfonnt tfätk , 
fonbern, toeil He ilönnic^tannelömenttjonen. 

®a]Öi"9egen, tocnn ^emanb nid^t alle jene fünfte, 
bie gange gnäbige §etl§öewrbnung, mit in bie ijetire üon ber 
©nabenma^I '^ineinrecS&net, fonbern ba§ SCßort SB a Ib I 
imengftenSinne fafet üon ber in @otte§ ge'^eimen 
3{at^ gefaxten S3eftimmung: ®erunbbcrfonfc= 
Hg m erben, unb tt)enn berfelbe bann jagt: 2lu§ biefer 
SCßa'^l fliegt ber ©laufte, fliegt e§ 1)n, mx glauften unb mer nici^t 
glauben foQ, fo tüirb bamit eine im pc^ften ©rob g c f ä !^ r= 
U ^ c Setjre aufgeiteüt, benn bann fönnen eftcn, man mog ja= 
gen, maS man mitt ftloä bie 5!Jtenfc^en jum ©tauften 
! m m e n, üfter benen ©ott folc^ einen ge'^eimen 53ej(!&IuB 
gefafet l^at ; ben anbcrn 3JIenjc^en i[t ber 2Beg äum ©lauften 
ü e r f p e r r t, meil ©btt \u ni(ftt ermä^Itpt unb hoäj ftIo§ ou§ 
ber @rmä{)Iung, bie eften für fie nid)t ba ift, ber ©laufte lommen 
fann. Söenn ©ott ftloS etlid)e Tlir\\ä)zn baju fteftimmt, ha^ fie 
ben ©lauften erlangen foKen, mie mollen bcnn bann bie anbern 
äum ©lauften fommen ? gönnen fie etma ©ott gum 2;rol3 
fidö ben ©lauften felfter I)oten ober of)ne ©otte§ Sßor'^ermijjen 
l) e i m U c£) ft e ft I e n ? 

SDa fieMt bu, liefter Sefer, ma§ bic Se'^re auf ft^ T)at, föie bo= 
burdö nämliii^ ollen lUlenjc^en, n)eld)e ©ott nic^t im ge'f)eimen 
3lat^ äum ©lauften üor"^er fteftimmt ftat, bic aJlögli^feit 
äum ©tauften äu fommen, üerfperrt ift. 2ßür« 
be baburij^ öfter nic^t alle§ unfer ^rebigen in ben ßirc^en, ta 



— 20 — 

lüir immer fagen, boB allen 5Jlenjc^en bie (Sinlobung @otte§ gitt, 
bafe für alle bie 'JJlögüdiEeit, felig 311 raerben, ba i[t, ju lauter 
© d) e i n, Säufdjung unD iöetrug? 
®a lölrb gefagt: 

„2öa§ ben ä e i t m e i H g e n © I u t e n betrifft, 

fo ift be'rfelbe it)Dt)t eine SH^ i r f u n g ber ©nobc 

burcö^ 2Bort, aber nicöt ber ©nabenma^I. SDie © n 0= 

benmotilUtnurbieUrjac^e beä ©Iau= 

h tn § ber 'JluSerraä'^Itenj bariim glaubt ein 

^u§ermäl)(ter entroeber bi§ an§ (^nbe; ober, tt)enn er 

üom ©laubert gefallen mar, fommt er nod) öor feinem 

(gnbe miebcr pm ©(ouben." ülörbl. <Sl)n. 5Ser. 71. 

©. 17, citirt in lUe§ unb yieue§ 81 Dir. 16. 

9Iur ba, mo ©ott in feinem geheimen Dlat^, nad) feinem 

btoßen 2Bot)tgefaC(en,fd)[ed)tr)tn, ofjne alle Stüdfic^t auf ba§5öer== 

l^alten ber ÜJZenfi^en, etliche anägefonbert unb in feinem „5Sor= 

faj^" befd^Ioffen hM : „^er unb ber foH felig merben," nur ba, 

nur bei biefen DJ^enfi^en wirb ber mabre, mirflid) feligma^enbc, 

bi§ an§ ®nbe au§baltenbe ©tauben entfteben, nur btefe f ö n= 

nen gum mirflic^ feligmadienben ©Inuben' fommen, benn nur 

bie finb ermäblt unb ber ©(aube fließt ia qu§ ber ©rraäblung. 

iöei anbern DDIenfi^en, meld)e nicbt au ben (Srföäblten gel)ören, 

mirb fc^on oud^ etma§ geicirft, ta§ 9Bort unb bie @acra= 

ntente finb n i cö t etraa q a n h obne ^Froft unb Söirfung, on 

ibnen gebt n i d) t etroa ©Ott g a n ä unb gar üorüber, fie 

befommen fcbon aud) eine „g e m i f f e" ©nabe, fie tonnen fc^on 

auc^ äum ©lauben fommen, aber bodö bIo§ gum „^ettglauben," 

nid)t äu bem ©(auben, ber ernftlid) ©tanb bält, n i d^ t 3 u 

b e m © I a n b e n, b u r d) ben ber 501 e n f d) m i r != 

t i d^ felig m i r b. 

^ber nun fag', lieber 2efer, ma» bältft bu üon foIc^erSebre? 
Sft bie Seigre mirflti^ ö i e I beffer, al§ menn bie ftrengen 5]3räbe* 
ftinationer fngen, ©oit giebt nur htn ^uSenuö^Uen feine ©nabe, 
ben Dlic^teriüäblten giebt er nicftt mirflici) ©nabe, er giebt it)nen 



— 21 — 

nur eine ©döcinflnobe, toerc^e her toirflicöen ©nabc too^I täu= 
fdöenb äbnlidö fein mng? ^ft bic obige Seöre, ha% ®oü t)zn 
S^tcötermäölten ro o t) I e i n e m i r f l i d) e @ n a b e g i e b t, 
bieeine loirflicfje ©nobe ift, fo lange [ie jie roirflic^ habzn, bafe er 
fie ifinen aberbloSauteinegeraiffeSeit giebt, ba& 
er itinen nicöt giebt iien bt§ an'§ ©nbe aiiefinirenben unb ciib= 
lidö feiigmac^enbeu @(aitben, bofe er biegen öielmebr blo« etlidöen 
beüoräugten imenfdien gtefat,-ift biefe ^r^re Diel imterfcf)ieben 
öon jener anberncaIo{ni[tifcf)en8et)re?" SJtba, menneriene91i'i)t= 
emnblten njobi ein iü e n i g qii§ bem «ecl)er be§ §eil§ foften 
läßt »ä^ienb fie hoä) niibtben bteibenben, auebauernben ®lQn=- 
ben erlangen tonnen, n)Q§ [ie erlangen, me'fir al§ blD§ eine o r m= 
f e I i g e 55 e r b n H u n g ber trnnrigen 2Babrbett, ha% i t) n e n 
ber 2Beg ginn ewigen 2^hm n i cb t o f f e n ft e U? Sft \olä}t 
bo^ bIo§ auf eine gemiffe 3eii gegebene @nabe mefir al§ ein 
groufnmer C>Dbn unb ^pott @otte§, roare fie nit^t ein <B p'itl 
®Dtte§ mit ben aJJenieben, äbnlic^ bem, föie bie ^a^e mit ber 
Wau§ \pkU, meld)e raobi noc^ eine^eit lang loSgelaffen 
ttjirb, unb bin unb !^er laufen barf, aber boc^ nid)t entrinnen 
fann, ein ©piel, ba§ nimmermebr bem roabrbaftigen ®ott, bem 
©Ott ber Siebe unb ber ©nobe entfbrid)t, ber im noKen grnft 
feine D o H e ©nabe, feine bi§ on'§ ®nbe anbauernbe 
©nabe ben 5!Jtenfc^en nabe bringt, bie ober freilid) ber Tlen'iä) 
t)urd) fernen böfen 3BiIIen non fid) ftofeen fann ? ©ie!)ft bu, ma§ 
für eine giftige ©(^lange binter bem ©nl3e »erborgen ift : ®er 
©laube ftiefet au§ ber ©uabenmal^l? äöiüft bn bie Se^re an= 
nebmen, ba& ©ott f cö I e d) 1 1^ i n, o b n e a u f b a § SS e r- 
!)alten ber ?0^enfcöen gegen bie ©nabe Dlüdfid:)t gu 
nebmen, eine ©(Reibung unter ben 5}?enfd)en öorgenommen ^abe, 
ta'^ ben 9iid)termäblten burcb boS 5lßort iDobl auä) ©Inube, aber 
bIo§ ein äeitmeiliger, mieber öerge^enber ©taube gebrad)t n)irb, 
unb bab üon öornberein nur e t H d) e n Sßenigen ein au§== 
löaltenber, mirflttb feligmad}enber ©Inube üon ©ott 16 e ft i m m t 
unb äuerfannt wirb?. 



- 22 ~ 

S)a loirb fleleT^rt, nur benen, mi^t ©ott al§ bic toenigen 
53et)oräugten jo auägeäeicfenet ^at in feiner freien SSaW, wirb 
biefe befonbere, nur Söenigen öorbe^aUene @aht, bie ©abe bcr 
^e^orrlic^feit, mitgetßeilt. 3)iefen 5Jlenfdben ttJirb „eine r c i= 
dö e r e ©nabe/' „eine g r ö b c r e Siebe äugeftenbet," „ein b e« 
f n b e r e § ©efc^enf gegeben/' bo§ bie ^ilnbern nid^t cmpfan* 
gen, bn§ ift eben bie ®aht, bafe fie nuSbarren bi§ an§ @nbe. 
SSon biefer ©abe, bie ober eben nur SBenigen gegeben tt)irb, 
bangt im leisten ©runbe bk ©eligfeit ah. 

„'^a^ e§ 5?inber ®otte§ überbaufit nod^ giebt, öcrbanfen mir 

ber ©nobeniüobl." 
„Ol^ne fie ttjürbe fein d)lm\ä) feiig. §öd)ften§ ettt)a bie 

ffeinen ^inber." 
®iner aber, bem ©ott biefe ®aht beftimmt ^at, fann nic^t 
öerloren gelten. 

Unö tt)enn bu etroa einiocnbeft, ©ott roäbtt fidö bödö bie 
2)lenf(^en, bie er US on§ ©nbe im ©(auben er'^ält, nicj^t fo ab« 
folut au§; e§ fommt babei bot!) a\i6) borauf an, "oa^ ber 9Jienfd^ 
ni^t mutbwillig bie ©nobe bon ficb ftijfet unb ha§ Sßerf @otte§, 
ber i^n feiig macben will, nicf)t bereitelt, fo wirb gefogt : 

„2öir ma^en bier ben (5 ^ I u B. ®ei^ 5I|)ofteI fogt, 
©Ott erbarmt fid^, meld^er er mü. @§ m u & ibm alfo 
ein S e i dö t e § f e i n, ba§ SCßiberfireben öon einem 
93Zenfc^en binmegäunebmen, fo ha^ ibn ni^is ^tnbetn 
^ann, wenn ex einen '^enfil^en fcCig ma^cn «»iff, 
SEBürbc ibn bo§ SBiberftreben bei feinem Erbarmen 
binbern, fo tonnte e§ nid^t l^eifeen: er erbarmt fid^, 
ujelc^er er inill, fonbern ei m ü B t e b e i fe e n, er er* 
barme fid^, melcfier er tonne, nämlid^ be§ 
5D^ e n f df) e n, ber bie ©ute unb ©ro^« 
mutb baben loirb, ba§®rbarmen©ot- 
t e 5 n i d) t 3 n b i n b e r n." Stb. TlonatSf). 1873, 
©. 121. 
Sft bn§ ni^t eine f^neibenbe 5ß er b ö^b n u n g jener tbeuren 



— 23 — 



Se^rc ber "i). ©c^rift, bie e{)riftu§ bet §(grr in ben SBortcn avi§'= 
fprnci^ : id^ lEiabe eudö üerfaimieln roollen, lijv aber ^abt nic&t 
gcrooKt? ©o fagt g^riftuS ber ^trx. Unb ftier läßt ein armer 
ÜWenfd^, ein 5Burm im ©taube, \\^ einfallen m fagen : 5?ein. 
SSenn @ott mirflicö einen DJien^cben feiig mad)en njill, fann i^n 
nici^tS l^inbern; ba fäme e§ fonff ja barauf an, ob ber 5ßenfc& 
bie @nabe unb ©rofemufö Öaben mirb, ©otteS Erbarmen nid)t 
3U löinbern. ®a IjeiBt e§ Don bencn, benen (Sott biefe ©abe ber 
^cf)arrli(t)fett in feinem „58orfafe" äu geben befdjloffen ^ot: 

,,*5) u b i ft ein % u § e r m ä {) U e r; f o H t e ft 
bu aucöie^t ben®Innben öerlieren, 
bu foOfl il^n boi m(i)t bi§ an§ @nbe öerlieren, fonbern 
fot£H unb muf^i ibn lieber erlange n." SCßeftt. 
<B. 53. 1877 ©. 42 f. 

„(£§ fann ein 51(u§ertt3äblter too"^l fallen; aber er 

m u § Dor feinem (£nbe iDenigftenS mieber 5uriitffom= 

men ; er ^ann mM fern 6feißeu, bas faßt bie #na- 

5e«ttitt^( nit^f SU." ©. 43. 

S)a tt)irb, mic biejenigen, tüeld)en ®ott al§ ben 58ebori5ugten 

bie ®abt ber 55ebarrlidöfeit mittf)ei(t, bie gef(f)en!te ©nabc gar 

nidbt mebr öerlieren fönnen, unter bem ® I e i c^ n i fe befd)rie=' 

ben, bafe einem ein g o l b e n e r © t a b gefdienft ttiirb, boB 

e§ aber noc^^ eine größere ©nabe ift, menn ber, n)eld)er ben gol= 

benen ©tab fdjenft, nic^t bIo§ il^n f)erfd)en!t, fonbern aiiä) htm, 

ber i^n empfängt, in§ ^ a n § tragen löBt, bamit er 

i'Ön auf bem SBeg, burd) ben 2BaIb, in bem toilbe 9?äuber bnii= 

fen, nid^t öerlieren fann. 

Sft c§ mobr, lieber Sefer, ta'Q ©ott i r g e n b einem Tttn= 
fd^en bie ® n a b e f o m i 1 1 b c i 1 1, b a b e r f l e gar 
n i d) t m e 1^ r öerlieren ! a n ti ? Sft öa§ ni(^t eine 
2et)re ber bl. ©d)rift, ba& für einen j e b e n 6'^riften bi§ äu 
@nbe feines Seben§ gilt : SOßer bo ftebet, ber febe mobl äu, baB 
er nid)t folle ? ^ft baä föirflic^ rcal^r, baß man(^e SWenfi^cn, 
ftcil nämlid) ©ott ibnen eine befonberc ©nabe fd^enft, unter gar 



- 24 - 

!cinen Itmftnnbcn me'^r fallen imb ucrioren ge'fien fönnen? 
@töBt bie^e Se^rc tii(Jöt ttjiber ben ©runb imjereS lutt). ®Inuben§ 
unb 58e!enntniyfe§ an'? 

®m\^ glauben unb befennen tüir bon ©runb unfere§ '§er» 
8en§, ta^ tüenn md)t ©ott in i[einer ©nobe ben ^en^i^en er^al= 
ten unb beroalören mürbe, fein 93Zenjd^ felig werben würbe, bafe 
wir burcö ®otte§ Tl a ä) t Bewa'^rt lt)er"ben burdö ben ©lauben, 
ha^ ber §err treu ift, lüelcfter n i (ft t mitten brin in feinem 
SBerfe ft e d e n bleiben, m.att unb mübe werben unb abtaffen 
wirb, bafe unfere ganse (geltgfeit auf ber Suf^öe berul^t: 3d) 
l^alte bie 5Jieinen in meiner §anb unb D'iiemanb foü fie mir au§ 
meiner ^anb reißen, auf bie !S^i\ag,i, bafe @r mit feiner ftarfen 
Tladjt un§ bewahren wirb öor bem 5kgen. Unfere ganje 
(äeligfeit ru^t auf ber erfialtenben unb bewafirenben ©nabe 
©otteg. 3Iber tf)eilt benn ©Ott, fo öiel an ibm liegt, biefe ©abc 
ber ^Brbarrlit^feit nur ctlid)en wenigen beoorsugten ^D^enfd^en 
mit, fo t)ü^ bie anbern fie gar nidit erlangen fönnen ? 53ietet er 
ni^t allen bie ©nobe im 2Bort an,, fo bafe fie fie au^ wirtli(| 
erlangen fönnen ? ^ommt benn, wenn ©Ott boc^ allen bie @abt 
ber S8el)arrlic^feit fc^enfen möchte, nic^t etwas barauf an, wie 
ber aTtenf^ bie gefd)enften ©nabenfröfte be§ bl. ©eifteg gebrau(^t, 
ober wie er ben 3ug beg ©eifteg in fi^ erftidt ? 

SDa wirb öon biefer nur etlichen ÜJienfi^en öorbel^oltenen, 
befonbern unb fc^liefelid) bie ©eligfeit ganä allein entfd^eibenben 
©abe gefagt: 

„®ag ift bocö offenbar eine gi-atiaamplior eine größere 
©nabe, alg ©ott anbern giebt, baburd) er feine ©ute 
befonberg öer'^errlid^en wiU. ^lebnliöö ^anbeln ja 
aucb bie |>augt)äter : SWandjer öon biefin ift gegen 
ein ^inb gütiger, alg gegen bog anbere 
weil eg i{)m beffcr folgt unb mebr fj^eube mac^t oI§ 
bog anbere ; er giebt le^terem and) ©ffen unb 3:rinfen, 
mad^t i^m aud^ mani^e g^reube, aber jenem erweift er 
bodö biefe unb jene Siebe mebr alg biefem. ©benfo 



J 



— 2_25 —^ 

^onbeltbcr Hefte ®ott tnit un§, nur bofe bie« 

fer nt($f einmal bam<^ frajjf, o5 wir gcfofgt 

' ^aßm ober nic^f . ©onbern er t^ut fo, me ex mtlT." 

SB. ©. 53. 1879, <B. 57 f. 
5Iiyo, hjenn ©olt bem einen Sl^riften bie ©oBe ber S3ef}än= 
bigleit ciiebt, bem anbern aber nicbt, fo W bamit bo§ ißerbolten 
be§ 2Jtenfdöen, ttJie er bie gef c^ enften Gräfte be§ 51. ©ei* 
fte§ g e B r u dö t ober n) i e er ba§ 3 i e Ö e n b e § ^ I. © e i ft e § 
erfticft, gor nicfet§ gu t^un. gr fragt nic^t bonnc^, 
ob bie 2)ienfiöen folgen ober nic^t. ®r !()anbelt na^ feinem 53e= 
lieben. 2Benn er einen IDienfclen feiig machen (i'^m bie ©abe 
ber SBefiänbigfeit geben) mifl, fann il)n, lüie in ber üor^in ange= 
führten ©teile gefagl ift, nid^tS, au^ nid)t be§ 5}?enfc^en eigenes 
SBiberftreben ftinbern ? Sieber Sefer, ift ta§ bie Se'^re beä äßor= 
te§ ©otteä? 

S)n mirb Don biefer ©abe ber 53eI)QrrIid^feit, öonberfcöIiefe= 
licö bie emige ©eligfeit abpngt, gefagt : 

„®a^ fie au§ ber blofeen ^ßräbeftinotion l^erflie^e unb 

ben ^^räbeftinirten allein jugeftanben roerbe." 

9^un, n)enn fie allein ben 5präbeftinirten gugeftanben 

mirb, fönnen anbere, m\ö)t ©ott eben nicbt ermä^lt l^at, fie 

f r e i I i d^ n i d^ t baben j bann l^at ©ott eben olle bie, benen er 

ba§ nid^t augeftanbcn bat, oon ber einigen ©eligfeit auSgeft^Ioffen. 

S)a mirb bann freiließ gefagt : 

„SBenn ©ott ben 51u§ertüäblten bie ©nabe äur S8e= 

ftänbigfeit giebt, fo tjoben bie 5Ridötertt)ät)Iten fein 

SR c d) t, ©Ott n 3 u f I a g e n, bafe er ibnen nic^t oud^ 

biefeä reid^e 3Jtaai ber ©nabe jd^enfe; benn ©ott ift 

un§ nid^t ein befonbere§ grö&ereS Tlaa^ berfelben 

f^ulbig." 

Sa, fo boben bie galüiniften immer gerebet; fo ^aben fie 

immer ba§ SBort be§ 5IpofteI§ im 9. S^ap. beä SRömerbriefeä 

miSbraudöt. ©ewife ift ©ott ber^Srr un§ gar nid)t§ fc^ufbig, 

UJeber ein fleineä nodt) ein grofeeä Tlaa^ öon ©nabe. SBir 



— '26 — 

ftoBen Qat nii^ts bcrbient. @§ ift alle§ freie unberbtente @nabc. 
5l6er ift e§ nun um befiriilleu etiüa fo, ta^ ©ott, m'ü er 9?ic- 
tnonbcm etmoS frfiulbig ift, etlidie ouäirnlölt unb benen bie fel{ö= 
inad)cnbe ©nabe suiuenbet, onbern l^ingegen hü§, lüoburc^ allein 
fdöliefelicf) bie ©eligfeit erlangt föirb, bie ©abe ber 53et)arrUcöfeit 
borenttiält unb "öa^, ftenn fie nun !^ina'bfaT)ren in bie 5öerbamm= 
nife unb jammern, bofe i^neu nid)t bie gleid)c ®o"be, blc§ rei(^e 
Tlaa^ ber ©nabe, bie ©aBe ber SBetiarrlii^feit, gu Streit geinor^ 
ben fei, ©ott iönen falt ben 3lücfen menbet unb fagt : ic^ bin 
eudö bie§ reichere 5Raafe, baburd) i'ör aüerbingg allein t}ättet feiig 
merben fiinnen, nid)t fd)ulbig ? S)a fielet ©ott bie armen 5Ser* 
l^ungernben üor fidö liegen, er fönnte i'^nen leidet bie «Speife 
reichen, burc^ bie fie am ^eben erl)altcn mürben, aber er I ä fe t 
fie r u 'ö i g b e § § u u g e r t o b e § ft e r b e n, ja in bie 58er= 
bammniß Ijinabfa'^ren, aber er menbetif)nen ! a 1 1 unb f i n ft e r 
ben 3tücfen unb f:|3ridöt: ^ ä) bin eu(^ ni(^t§ fdbulbig. 
Ts\i ha§ ber ©ott ber Siebe unb be§ ©rbarmeug ? '-M ba§ ber 
©Ott, ben un§ bie 1^1. ©t^rift üor 5Iugen molt, „bem fein ^er^e 
öor Erbarmen über it)rem (SIenb brid)t ?" 
5£)a mirb gefagt: 

„^ie ©nabenmat)! ift ja mdji etma§, ma§ mie bie ©erecb= 
tigfeit Sbrifti fnx ^(Te etwovöen imb Dorönnben itiatre, 
fie ift nur über 2öenige gefaxt." 

S. u. 9S. 80, ©. 364. 
Dhin, menn bie ©nabenmal)! garniditfür^tUe bor= 
banben, fonbern üont)ornr)erein nur für etliche 
2B e n i g e b a i ft, unb menn bod) bie ©nabenmabi bie e i n= 
3 i g e 2: 1^ ü r e ift, meiere ju bem auSbauernb unb mat)r'^aft 
feligmad^enben ©lauben unb fomit 3ur emigcn ©eligfeit fübrt, 
bann ift eben für alle, meiere n i (^ t äu ben fc^Ied)tl^in (Sr= 
mätilten gel}örcn, gar feine 5DI ö g I i d) ! e i t in ben 
§immel ju fommen öort)anben. ©ie finb ü o n ber 
Tl ö Q l i ä) 1 1 1 1, in bie ©nobenmal)! gu fommen, unb fomit 
uon ber SKöglidöfeit, in ben §immet pi fommen, Don ö o rn= 



. — -27 — 

1 1 r c i n a u S 9 c f cö I D j f c n. S)ic S^öglic^feit tft n i c^ t 
?ür fte eriüorkn unb nic&t für fic öorl^anben. ®a ift ganä 
»oal^r, iDa§ ?Prof. ©d^mibt foflte : 9ia(^biefer2c^rc 
foll ber §immel für alle ha fein, o b"e r 
bic 2;'öürc, bie inben ^immel '^ineinfül^rt, 
iftnid^tfüroUe, fonbern nur für etlid^c 
SBcnige öor^anben. 2Gßa§ ^ilft ifincn ba ber §immel? 
®tt tt)irb flefaöt : 

„ISiettn fidö ©Ott mit f e i n e r © n a b e einem SJlen* 
fc^en jtttuenbrf, fo f ä H t ba§ SB i b e r ft r e b e n, 
'«»ie ber ^c^nee ft^mifjt ö o r b e m © t r a t) I ber 
neubelebcnben ?früMing§fonne. ®§märc 
bafier ®ott ein ^ex(^U$, ba§ 2ö i b e r ft r e b c n öon 
öielen ÜJiiÜioncn 2Jlenf(i)en fiinwegäune^men/ 
üonbencn er eSnid^t'^inmegnimmt." 

5:^.2)1.73,(5.122. 

„@ott öinbicirt fid& bai öoKe, unumfdöränfte ditä)t, 

ficö p erbarmen, meines er iDiQ, unb ju üerftodEen, toen 

er roiff. Unb tk ©rfal^rung beflätigt e§ quc^, bafe er 

Don Dielen ÜJ^illionen 5!Jienf(jöen ta§ SGßiberftrebcn gegen 

fein SBort niefit wegnimmt, bog er b o c^ (Ben fo 

tci^t wie Bei ben 3lu§ertt)ät)Iten tt)eg= 

n e 1^ m e n I ö n n t e, bo fic Don 'iRatut \a oHe in 

glei(^ tiefem 58erberben liegen unb biefe öon 9'iatur ni(i)t 

beffer finb, wie iene. SSenn luir ©ott fo anfeilen, ift er 

un§ freili(| ein üerborgener ©ott unb ganj unbegreif= 

li*." S. u. 2ö. 17, ©. 173. 

Slber, roenn nun gele'ört wirb, boß, wenn ©ott einen 9Jlen= 

\^tn felig mac&en will, nii^tS it)n t)inbern fann, au^ fein SSi« 

berftrebcn ber 9Jlenfd)eu,~wenn ha gefagt wirb, bo^, wenn ©ott 

nur bie, welche oerloren geben, felig mad^en wollte, er biefe eben 

f I c i (j^ t felig moej^en fönnte, wie iene, bafe e§ it)m ein 2 ei db» 

t e § wäre, ju t^un, wa§ er n i dö t 1 1^ u t, nämlich boS SBiber» 

ftrebcn öon i!)nen wegjune'^mcn, ba§ er nnx ^e aniuUxikm 



ßtan^ie mit bem ©onnenglaiu feiner ©nabe, bamit boS 
SBiberftreben megfiele, toie ber «Sclince fc^milst öor ber ©onne,— 
foge mir, lieber ßefer, bei ioem liegt nacS biefer Sc^re bie ©diulb^ 
bal \d öiele 5!Jienfd)en emig öerloren get)en? Sft bo ber 
©runb ni(^t bei ®ott, ber eben ha§ nidöt ttiiit, mag er 
f I e i d) t, i D g a n 3 I e i d) t tftun fönnte ? ^at§ bo einen an* 
bern ©runb oI§ ben, baß er eben folc^en 5JJenfc^en bie ^nabe 
itt(§t jmucnbct, bie eranbcrn äuraenbet? 2Birb ba nicbt 
bie ©dnilb oom 9JJenfdöen toeg auf ©ott l^ingemälat, ber rutjig 
mit 3 u f i e I) t, mie ber 5JJenfco öerloren get)t, cbmobi er fo leidet/ 
fo gang leidet Reifen lönnte? ^[i'ä \>a nid^t mie bei einem 
5[lbnfd)en, ber einem (Srtrinfenben bIo§ bie § a n b 
l^insuftreden braud^te, um i^m 3U Reifen, ber'ä aber nid&t 
tl)ut, ionbern faltblütig unb rubig äufiebt, wie ber SOlenfdö öor 
feinen 3lugen untergebt? ^ann man bei jener Sebre nocb fagen, 
hü'^ ©Ott ben e r n ft I i dö e n SSßillen gehabt bcibe, oud^ biefem 
9Q?enfd)en 3u belfen ? S[t'§ bo genug 3u fagen : ^a, ©ott ift 
freilicb ein munberbarer unb gans unbegreiflid^er ©ott ? ^ann 
man ba mirflid) nod) fagen, ha^ ©ott o H c 3!}lenf(öen mabr» 
baftig feiig machen miö ? ©iebt'ä ba nocb eine Sebrc öon einem 
allgc meinen ©nabenmiHen ©otteg ? 

Unb menn man boneben bann bo(^ fagt : ©ott föiU aUe 
3)lenfd)en fclig machen, SbriftuS ift für aUe 3Rm]^tn geftorben, 
ber bl- ©eift bietet bie ©nabe Tillen an, wirb neben jener gansen 
bier öorgelegten Sebre, haä aße§ nicbt 3ur blo^n 5Pbrafe, 
3U bloßem ©d^ein unb §e« ekelet, 3U blofeen 2ÖDr= 
t e n, bie feine i? r a f t unb feinen S " b a 1 1 baben ? 

§aben ta unfere alteni3el^rer nicbt9{edötge= 
b ab t, menn fie gegenüber ben (£ingang§ ermöbnten ß^alöinifien 
ber britten ßlaffe gefagt bciben, menn man neben jener Sebre 
einer unbebingtcn ©nabenmabl bo(^ nod) fagen molle, ©ottbabe 
otte DJienfiben feiig madjen mollen, für alle fei 61^riftu§ geftor= 
ben, alle labe er 3um ^z'il ein, fo merbe boburd^ nur ©ott jum 
^ e u d^ I e r gemadjt ? S)a§ fei ja, mie menn ein ^üx\i allen 



— 29 — 

©efangenen, bie in i^rein Werfer berf(i^Ioi[en fiiib, jagen liefee, 
er löoüe otten, tt)ctd)e äu il)in fommeu, bie grei{)eit unb große 
©jüter boju fc^enfen ; er liefec aber nur etUci)en ben Werfer öffnen 
unb bie 5?etten abneljmen unb gu il^m bringen unb fagte öann 
3u ben anbcrn : ttjarum feib i^r nid^t su mir geJommen, ic^ Ijobt 
cu(^ ia QÜe einlaben laffen ; votxl i^r aber nici)t gefommen jeib 
unb meine ©inlabung mut^miEig üer|c^mät)t ^abt, follt i^r mir 
ewig im ©eföngnife bleiben unb nid)t l^erauSfommen. C>ieBe 
\ba§, 'ba^ jie an bie allgemeine Sinlabung erinnert werben, nlc^t 
ben-grouf omften unb bitterften s^ol)n äu bem Un= 
glüd, in meld^em fie finb , no^ '^inäufügen ? 

©oUten fi^ ha (St)riftenleute blenben laffen, menn ba neben 
jener 'JiierlüDrgelegten Se^rc üon ber ©nabenmat)! jene ©ö^e 
öorfommen, ha^ bod^ S^riftuS für alle geftorben fei unb ber Ijeil. 
®€ift allen 5Jienfd)en ©nabe anbiete ? 

Unb nun lofe mic^, lieber Sefcr, nur noc^ auf eine» '^in= 
»eifen. 

'2)ie Mfoun ' <S^nobe fteUt nid^t bIo§ bie befprod^ene 
fa'tfc^e, ben @Iauben§grunb fo tief fdjäbigenbe Set)re auf, fonbern 
ite greift aud) bte rcdite Sebre, meldje bi§ baber 
in ber luf^. i^Mrc^e gegolten 'bat, mit großer §eftig= 
feit an unb fu^t fie g a n s n n b g a r a u § 3 u r o 1 1 e n. ® ie= 
jenigen, melcbc biefc rechte jSebre oertbeibigen gegen ben neuen 
©tauben, greifen fie fämmtl'icb obne ^uSnabme an, alä ob bie= 
felben bie fc^roerften fsrrtbümer lehrten, ©ie baben offen er= 
tlört : „53i§ber baben mir ienen liJebrtro^uS (bie Se^re unferer 
alten !(utberifd)en öebrer) unter un§ gebulbet; aber je^t 
n i Ä t m e b i:" ®i£ erflärten miberbolt unb öffentlid}, ta^ 
nur ibre neuaufgebradöte ijebre bei ibnen gebulbet raerben bürfe, 
unb bie anbere (alte lut^erifdie) Sebre ausgerottet merben müffc 



— "^ :-- 

ÖoBcn Qor nichts bctbient. @§ ift oHeS freie unberbiente ©nobc. 
5lber ift e§ nun um besirilleti eünn \o, bafe ©ott, fteil er 5Ric- 
tnanbcm etinaS jdiulbig ift, et!id)e nnSiüä^It iinb benen bie feltö- 
moc^enbe ©nabc äuiuenbet anbern 'hingegen ha§, iroburc^ allein 
fdöUefelirf) bie ©elig!eit erlangt toirb, bie ©abe ber 5Be"l)QrrU(^!eit 
Dorentljält unb ba|, ttjenn fie nun l^inabfa^ren in bie 5öerbamm== 
ni& unb jammern, i)a^ i^nen nidjt bie gleiche ©aBe, bie§ rei(^e 
3JlaaB ber ©nabe, bie ©aBe ber 53etiarrli(i)teit, äu %^t'ü gewor- 
ben fei, ©Ott itinen falt ben IRiiden toenbet unb fagt : icö Mn 
tüä) bie§ rei(5^ere SJioafe, baburd) i^r nUerbingS alleiu tjöttet feiig 
werben fönnen, nid)t fdöulbig ? ®a fie:öt ©ott bie armen 58er* 
l^ungernben öor ficft liegen, er fönnte if)nen I e i c^ t bie ©^eife 
reid^en, burt^ bie fie am i^eben erl)alten mürben, aber er I ä fe t 
f i e r u K) i g b e § § u n g e r t o b e § ft e r b e n, ja in bie SSer= 
bammnife l^inabfol^ren, aber er ipenbeti()nen ! o 1 1 unb f i n ft e r 
ben 3iüdfen unb f^ridjt: ^ c^ bin e u dö n i d^ t § f cö u I b i g. 
fsft ba§ ber ©ott ber Siebe unb be§ ®rbarmen§? Sft bo§ ber 
©Ott, ben un§ bie % ©(^rift üor klugen malt, „bem fein ^er^e 
öor Erbarmen über i^rem (SIenb Ixiäji V 
®a wirb gefagt: 

„'Siie ©nabenma'f)! ift ja xti^i etioaS, ma§ wie bie ©eredö« 
tigfeit Sbrifti fitx ^Ke etxaoxöen nnb voröanben wäre, 
fie ift nur über Sßentge gefaxt." 

S. u. SB. 80, 6. 364. 
9hm, wenn bie ©nabenwal)! garniditfürSlUe öor= 
banben, fonbern öonüDrnI)erein nur für etliche 
SB e n i g e t a i ft, unb wenn bod) hk ©nabenwabi bie e i n= 
3 i g e 2; 1^ ü r e ift, welche äu bem auSbauernb unb waT)r!^aft 
feligmac^enben ©tauben uub fomit 5ur ewigen ©eligfeit fütirt, 
bann ift eben für o H e, welche n i (^ t 3U ben fd^leditl^in @r= 
wäblten geboren, gar feine SDZöglidjfeit in ben 
§immel äu fommen oorbanben. ©ie finb t) o n ber 
3K ö g l i d^ f e i t, in bie ©nabenwabi 3» fommen, unb fomit 
\)on ber SKöglid&feit, in ben §inimel äu fommen, ö o n ö o r n= 



T 



. — %! — 

ß c r e i n a u § 9 e f d& r f f c n. S)ie SJlöglicöfeit ift n i d& t 
für fic criüorben unb tiid()t für fic öorl^anben. S)o ift flons 
lool^r, tt)ai§ gJrof. (£(!^mibt fagte : 3^Q^t)iefer2c:^rc 
foM ber§tmmel für nUe ba fein, ob'er 
bic %^Vitt, bic inben ^immcl l^ineinfül^rt, 
ift nid^t für alle, fonbern nur für etli^c 
Sßcnige borl^onben. 2Gßa§ ^ilft i^ncn ba ber Fimmel? 
S)a wirb flefagt : 

„'W^txm fidö ©Ott mit f e i n e r © n Q b e einem 2Jien«. 
fc^cn sttttienbrf, fo f ä U t ba§ SB i b c r ft r e b e n, 
mt ber ^d^ttee i^mxtit d o r b e m © t r a t) I ber 
neübelebenben ^JfrüMingSjonne. @§tt)ärc 
ba&er ®ott ein clei(§fe$, ba§ 2Ö i b e r ft r e b e n öon 
öielen 5)iiIIionen 9Jlenfd)en fiinmegäune^mcn/ 
öonbenen er e§niö)t'^intt)egnimmt." 

2;^. 5m. 73, ©. 122. 

„©Ott binbicirt fid^ ba» üolle, unumf^^rönfte IRe(!)t, 

fidö 3U erbarmen, hjeli^eS er toill, unb äu uerftodfen, mn 

er miH. Unb bie ©rfa'^rung beftätigt e§ audö, bofe er 

üon öielen 9Jtiüionen SJienfcften Xia^ SBBiberftreben gegen 

fein SSort nid&t wegnimmt, b a § er b o (^ eßw fo 

feiert mie bei ben 5lu§ern)ät)Uen n)eg= 

nehmen f ö n n t e, bo fic t)on Statur ja olle in 

gleid^ tiefem SSerberben liegen unb biefe öon S^iatur nid)t 

beffer finb, tt)ie lene. Söenn mir ©ott fo anfeilen, ift er 

un§ freilidö ein Verborgener ©ott unb gans unbegreif= 

lid)." 2. u. SS. 17, ©. 173. 

SIber, xotnn nun geleiert mirb, ta^, »enn ©ott einen Wtn= 

fd^en feiig madöen miU, nid^tS it)n l^inbern fann, aud^ fein SBi« 

berffreben ber 9JienfdbeTi,--menn ha gefagt toirb, ha'^, menn ©ott 

nur bie, melci^e üerloren geben, feiig mad^en wollte, er biefe eben 

f I c i dö t feiig mad^en fönnte, toic fene, ha'ii^ e§ it)m ein 2 ei dö» 

1 e S märe, äu tl^un, ma§ er n i cö t t '^ u t, nämlich ha^ SBiber» 

ftrebcn öon ibnen tüegsune'^mcn, ba^ er nux jfte attjttßCicften 



*. 



) 



Bxant^ic mit bem ©onnenglons feiner (Snabe, bamtt boS 
SBiberftreben roegfiele, lüie ber ©d&nce fcömiljt üor ber ©onne,— 
fage mir, lieber Sefer, bei mem liegt nad&biefer ße^re bie ©döulb/ 
ta% \o öieie 5Jtenf^en emig öerloren ge'^en? Sftbober 
@runb nidötbei ©ott, ber eben b a I n i dö t tönt, maS er 
f I e i c[) t, i gang I e i dj t t!)un fönnte ? ^ai§ ba einen an= 
bern ©runb al§ ben, baß er eben folc^en ÜJlenfd^en bie ^nabe 
ttttOt jmucnbcf, bie eranbcrn äumenbet? 2B irb ba nidit 
bie ©d)utb Dom ^JJenfd^en meg auf ©Ott {)ingett)älät, ber ruMö 
mit 3 u n e !b t, mie ber DJienfcö üerloren gebt, cttoo^jl er ]o leidet/ 
fo ganä leicht 'Reifen fönnte? Sfi'ä ba ni(f)t wie bei einem 
9[Renfd)en, ber einem (Srtrinfenben bIo§ bie © a n b 
tlinäuftreden brandete, um it)m ju 'Reifen, ber'§ aber nid^t 
tbut, ionbern faltblütig unb ru'öig äufie'^t, wie ber SJlenfdö öor 
feinen klugen untergebt ? 5?ann man bei jener Sebre nocö fagen, 
bofe ©Ott ben e r n ft I i d) e n SEßiüen gehabt bciBe, aud^ biefem 
5)?enf(^en ju belfen ? Sft'S ba genug au fagen : ^a, ©ott ift 
treilidö ein munberbarer unb ganj unbegreiflicher ©ott? ^ann 
man ba tuirflid) nod) fagen, bafe ©ott alle aJZenfdben walbr» 
I)aftig feiig mad^en mifl ? ©iebt'ä ha nodö eine 2el)re öon einem 
allgemeinen ©nabeniuiUen ©otteä ? 

Unb menn man boneben bann bod) fagt ; ©ott will alle 
3!)lenfd)en feiig mad^en, (JbrifiuS ift für alle löieufd^en geftorben, 
ber 1^1. ©eift bietet bie ©nobe 5Iüen an, wirb neben jener gansen 
l^ier tiorgelegten 2et)re, ba§ aEe§ nid)t jur b I o fe e n 5|3 {) r a f e, 
3u bloßem ©d^ein unb ^tnä^tUi, su blofeen 2Bor= 
t e n, bie feine ^ r a f t unb feinen S n b a 1 1 l^aben ? 

§aben ta unfere alteni3el^rer nidötDled)tge= 
f) ab t, wenn fte gegenüber ben (£ingang§ erwähnten Saloinifien 
ber britten (Slaffe gefagt ^aben, wenn man neben jener 2et)re 
einer unbebingten ©nabenwal^I t)odi nodö fagen wolle, ©ott^abe 
otte SJlenfi^en feiig mad)en wollen, für alle fei Sf|riftu§ geftor= 
ben, alle labe er gum C>eil ein, fo werbe baburd^ nur ©ott jum 
§ e u d^ I e r gemacht ? S)a§ fei ja, wie wenn ein gürft aßen 



— 29 — 

©cfangenen, bie in i^rem Werfer ocrf(^b]jen jinb, ^agen liefee, 
er iDOÜe aütn, lücld^e äu iftm fommen, bie ^^reiJieit unb große 
®üter ta^n fd^enfen ; er lie&e aber nur etlichen ben Iferfer öffnen 
unb bie Letten abnehmen unb 3u i'^m bringen unb fagte bann 
3u ben anbern : tt)arum feib i^r nic^t sn mir gefommen, iä) Ijdbt 
eud^ io alle einlaben laffen ; weil t^r ober nicbt gefommen feib 
unb meine Sinlabung mut^rolHig öerfc^mätjt ^abt, follt i^r mir 
ewig im ©efängnife bleiben unb nid)t ^erauSfommen. ^iefee 
i)a§, bofe fie on bie allgemeine ßinlobung erinnert werben, nic^t 
ben groufamften unb bitterften §oI)n ju bem ]Xn= 
Qiüä, in weld^em fie finb , nod) '^inaufügen ? 

©oUtcn fic^ \ia ®t)riftenlcute blenbcn laffen, wenn ba neben 
jener l^ierlöorgelegten Se^re öon ber ©nabenroabl jene @ä^e 
öorfommen, ha^ bod^ ß^riftuä für alle gcftorben fei unb ber l)eil. 
©eift allen 9Jienfc^en ©nabe anbiete ? 

Unb nun lafe mi(i^, lieber Sefer, nur noc^ auf eine§ '^in== 
weifen. 

^ie !DZiffouri= ©qnobe ftellt nidit bIo§ bie befproi^cne 
falf(Se, ben ©laubenägrunbfo tief fd)äbigenbe Sef)re auf, fonbern 
fie greift aud) bie redete 2t^Tct, weldje bil baber 
in ber luf^. Ä?ird)e gegolten bat, mit großer §eftig= 
feit an unb fudbt fieganj unb gar au §äurotten. ® ie= 
jenigen, welche biefe rechte jSeljre oertbeibigen gegen ben neuen 
©lauben, greifen fie fämmtlid) obne ^ulnabme an, al§ ob bie= 
felben bie fdbwerften ^rrtbümer lehrten, ©ie baben offen cr= 
flärt : „53i§ber baben wir jenen ^ebrtro^3u§ (bie Se^ve unferer 
alten lutberifdjen iJebrer) unter unä g e b u 1 b e t ; aber i e ö t 
n i cb t m e b £•" ©ie erflörten wiberbolt unb öffentlid), ta^ 
nur ibre neuaufgebracbte iiebre bei tbnen gebulbet werben bürfe, 
unb bie anbere (alte lut^erifdie) Sebre aulgerottet werben müffc 



— 30 — 

©ic fagten : „2öir Jiobtn au§ mclireren Ur jachen bic 5ßfü^t, 
öorber Ä?ird&eunb ber 2BeIt 3u crflörcn: 

bicfc unb nur biefc Sc^rc ift bic Siebte 
ber <&t)nöbe; eine anbete Reffte 2iult»en 
>t>itr tti^t ttntct Mtt§* SDer, roeldöer fid^ nid^t mit 
itn§ ju ber öon un§ befannten üz^xt befennen fann ober 
iDitt, ber fann nic^t äu un§ gctiörcn unb xo i r 
n i dö t s u i f| iti." 

,/Sßit f'önncn nxä)i sutÄwntengeljen*" 
süB i r tonnen ni&ft mcf^t juf Äwmen heUn, 
benn ißr mü^t ja um unjere unb mir um eure SSefe^rung 
beten. 9lber jold^ ein gemeinsam e§ ©ebet 
ift ein @ r e u e I üor ®ott. ^önnt i^r naä) eurem 
©emiffen nidöt glauben, ba§ ma§ mir glouben, ]o 
fönnen mir \)a§ ni(J)t änbern, aber ba§ fönnen, moUcn 
unb muffen mir, bofe mir erflären : ,,un^CXC S&egc 
tttttjfe» ttt Sufunft def(^ieX>en fein*" (f. ein 
3eugniB im Streit bon ber ©nabenma"^! üon 5}S. %. 
3fia^muffen <B. 12.) 
SDa erflärten fie üon ber Se^re i^rer ©egner: 

„2Bir ucrbammen i()re 2e'£)rc in ben u n t e r» 
ft e n 51 6 g r u n b ber § ö H e." 
®a mürben bie, meldte ber neuen Se^ire fi(^ nid)t untermer= 
fen moltten, fonbern bie it)re ©timme äum Seugniß bagegen er= 
l^oben, au§ it)ven f^nobalen ?Iemtcrn öerbrängt, ftu§ 
t>et @i)ttOJ>C geftofsen* SDa erflärten fie, ba% fie mit benen, 
meldte gegen il^re neue Seftre S^ugniB oblegten, nic^t in ber ©tj= 
nobalconferenä in firc^lid^er Serat^ung äufammenfij^cn fönnten. 
S)a fud)te uorfommenben gaKS eine fleine Partei, ber ©emeinbe, 
meldte bie neue Se^re nic^t onne'^men mollte, au§ biefem ©runbc 
i^r 5? i r d) e n e i g e n t lö n m ä u entreißen unb üer« 
flagtc fie be§f)alb, meil fie biefe neue Öe'^re nid^t annolöm bor 
bcm mcltlic^en ©erid^t. 55a mürben bie 5Paftoren 
angemiefen, in $ r e b i g t e n, in 6 1^ r i ft c n I e 5 r c, in 



— 31 — 

® e m e i n b e ö e r f a in m lu n fl e n, im ßinäelaef|)rädö bie= 
fe Seigre ffeifetg 3u treiben unb jie veäji fe[t in bie ^tx^m ber ®e= 
ineinbeglieber ^ineinäu^flansen. 

Unb tt)eil bei ben {)iefigen Sßer^ältniffen^ bei ber l^äufißen 
Drtäüeränberuncj, e§ in jeber ©emeinbe iinferer ©ijnobc t)or= 
lommen !ann, baß ber ober jener in Greife fommt, ta man 
a-u ä) a u f i ö II e i n ft ü r m t, uni) auö) iön Don jeinem 
alten (^loul^n a b iü e n b i g 3 u m a d) e n 1 u (55 t, ift e§ 
für n n § eine 'ö. $ f I i c^ t, a 1 1 e n n f c r e © e m c i n = 
beglieber üorbiefer ©efofjr gu rtornen, 
bamit ioir raenigfienS an unferm S:{)eil tf)un, HjaS Wir fönncn, 
nnfere ft1rd)englteber uor bem @ift biefer ^rrlel^re 
3u fc^ü^en. ©arurn l^aben mir aud^ bie§ @d)riftd)en au§get)en 
lafjen, bamit iör feT)en möget, ttjeld) eine loic^tige @od^e 
e§ ift, um meldie e§ fid) t)ier I)anbelt. Unb mir rufen @u(^ bic 
©rma'^nung gu : ^ 

S a fe t e u dö b u r d) u i d) t § ü c r f ü () r e n ober db^ 
bringen bon bem reinen (Biauben beä (Süongelium^. Saßt tui^ 
ni^t m ä g en unb m i e g e n non allerlei Sß^inb 
ber S e t) r e, bur^ ©c|%I!t}eit ber 9Jlenfd)en unb S:äufdöerei, 
bamit fie eud) erfd)Ieid}en su üerfüfiren. ©^I). 4, 14. S I e i B t 
in bem, ha§ it)r gelernet l)abt. 2. Stirn. 3, 14. Ä'ämtifet ob bem, 
ba§ einmal überliefert ift tax ^eiligen, ^uh. 3. |>altet tuaS ii)t 
tjabi, ha'B 9?icmanb eure ^rone raube. Dffenb. S, 11. Safet eu^ 
bur(^ alle 5Infei^tung nur um fo fefter mad)en unb grünben in 
eurem allertieiligften (Stauben, ©cib fefte unb unbemeglidö in 
bem tbeuren ®fouben, in bem eure 93äter \\ä) glüdlid) unb feiig 
gefüblt f)aben, in bem fie gelebt ^nben unb in bem fie felig ab= 
gefd)ieben finb. 3ie^t eure guten, alten Sucher ju dlüi^t, euren 
©criüer, euren Slrnbt, eure guten, alten 51}rebigtbüci)er, in benen 
anä) biefe§ (SeI)eimniJ3 üon ber ©nabenma!)! fo einfältig, fo rein 
unb lauter, fo fd)riftgemäB, fo troftreid) abgel)anbelt mirb. Unb 
ber C>err unfer (Sott oerlei^e in (Snabcn, ta^ bk ©lieber unferer 
©emeinben burdj biefen ©türm, ber über bie Äir(^e biefeä San= 



— 32 — 

bei bo'^in Brauft, in tciner SBeifc berrütft iDcrbcn bon bcm guten 
58efenntni& ber SBol^r'^eit, jonbern ta"^ i1)x alle nur baburc^ ocr= 
anlaßt merbet, um fo fefter euÖ) 3u grünben auf bem eioigen 
©runb be§ 2Borte§ @otte§, ha^ tlir um fo tiefer unb ftärter ein- 
touräeln möget in ber reinen Seigre, tt)ie fie im 2Borte @otte§ be= 
aeugt unb öon unferer ^1rd)e feftge'^alten unb Befannt wirb. 



-•- • 






^nifc^cf, ^. ^r. ®ic ßcl^re öer aRiff ourt = ©tjnobc, üon ber 

^täb^fiination, 5lu§ tf)rcn, ei enen ^uBttfationen barge= 

. > fteat. 5j3rei§ . . . ... $0.15 

^titff^et, ^. ^t. ^^afftonSbetroi^tungcn. 5!Kit ißoriüort öon 
513far, SS.- gö^e. ^toeite 5lufIttGe. ©üterSlo^. 5Berter§= 
monn. ^rei§, geBunben . . . . . $1.45 

— — ©efd^idite ber ^riftli^en Snbianermif fionen im 16. unb 17. 
Sa'^r^unbert. Uiürnberg. ©ottf. ßöl^e. 5prei§, ge&un= 
ben , -.- . . . . . . , . $1.20 

^owd tttt& 'gSiflfotttt, ein ©e^aratabbrud ber in ber öon ben 

^rofefforen ©igmunb unb ©ottfrieb x^^ritfdöel l^erau§gege6e= 
ncn „^irc^r. 3eitfd^rift" im Sa^re 1876— 77 öeröffentltdjten 
?luffä]^e: „5ßertlöeibigung ber ße^rftellung ber ©Qnobc t)on 
Soinau. f.m." iJJreig . . . . . 0.25 

(®§ ift bie§ eine 5ßert|)eibigung§ftf)r{ft, ju mefc^er bie 5JJif= 
fourifQnobe burc^ fortgefe^te, nnermüblic^e Angriffe bie Sdidq= 
©Qnobe nöttiigte/ auf n)el(^e 5Bert^eibigung§f(i)rift bie ^Otiffourter 
fcöled)tcrbing§ nichts ä^ermibern öermot^ten unb e§ bat)er für'§ 
Befte "hielten, fie gan^ mit ©titlfdöroeigen gu ü'6erge'()en.j 

penßft^riff äur 25jäörigen^u'6elfeiei ber eöQnge!ifdö-Iut{)e= 
rif(ien «Slinobe oon ^oroa. 1879. SSon P. % ©ein- 
börfer. 5I^rei§ , 0.10 

3u beäie'öen öom 

Wartburg Publishing Honse, 



— 32 — 

be§ bäij'in brauft, in feiner SBeife üerrücft luerben bon bem guten 
SBefenntnife ber 2BQ{)r'öeit, Jonbern ta'^ i^r alle nur boburc^ uer= 
anlaßt irerbet, um fo fefter eucf) 5u grünben auf bem eioigen 
©runb be§ SBorteg ®otte§, ha^ iftr um fo tiefer unb ftärfer cin- 
föuräeln möget in ber reinen Seigre, mie fie im Sößorte ©otteä ht= 
sengt unb öon unferer ^lrrf)e feftge()alten unb befaunt loirb. 



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gfrif fc^ef, 0. pr. ®ie iJe^re öer ^Mffouri = ©tjnobe, üon ber 
^Präb^fünation. ?Iit§ if)ren ei enen ^ubltfatiDnen barc(e= 
fteHt. 5Prct§ ... ... $0.15 

^r'ifffßef, 0. ^r. 5pnffton§betraii)tungen. Wit 58orroort Don 
5Pfar. SB. 2öf)e. Sifeite ^luflafle. ©üter§Io^. 58erter§= 
mann. ^rei§, gefiunben $1.45 

— — ®etd^i(i)te ber (^rtftli(^en ^nbinnermifiionen im 16. unb 17. 
Satjrliunbert. D^ürnbertj. ©ottf, Söf)e. ^m§, gebun= 
hen $1.20 

^ouJa ttuö ■gSiffottn, ein ©eporatoBbrud ber in ber öon ben 
^profefforen ©igmunb unb ©ottfrieb ^yritfc^el ^^erauSgegebe^ 
nen „ßirc^L 3eitf(ä^ri[t" im M« 1876—77 öeröffentliditen 
^luffäj^e: „^öertbeibigung ber Se^rftellung ber ©onobc Don 
Soma u. f. m." ^4Jrei§ 0.25 

((£§ ift bie§ eine Sßert^eibigungSfc^rift, 5u metdöer bie 5}Jlif= 
fouriJQnobe bur(^ fortgeieö^e, unermübU(i)e '^Ingrifte bic Soma= 
©jjnobe Tiöt^igte, auf roeld)e SSert{)eibigung§fd)rtft bie 5)^iffourier 
fcÖIed)terbing§ nichts äu,ermibern öermo(^ten unb e§ bat)er für^§ 
befte 'hielten, l'ie gnn^ mit ©tiUfc^meigen gu übergeben.) 

^enhfd)viit jur 25jäbrigcu Jubelfeier ber et)nnge!if(^-Intbe= 
rijc^en <Sl)nDbe öon Jorna. 1879. 5ßon P. J. ©ein^ 
bi^rfer. ^j^reiS 0.10 

3u beäietjcn imm 

Wartburg Publishing House, 

;• WavBrly, Ia"wa,